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Ampel-Chaos in Stade: Passant ärgert sich über Polizei

Polizeiwagen im Gebüsch (Foto: tp)

Radfahrer sauer: "Die stehen nur und gucken!" / Beamte zunächst nur als Beobachter

tp. Stade. Stress, Chaos und Angst vor Verkehrsunfällen beherrschte am Donnerstagmittag die Atmosphäre an der vielbefahrenen Bundesstraßenkreuzung B73/B74 im Südwesten von Stade. Grund war ein Ampel-Totalausfall. Was Passanten missmutig stimmte: Zwei Polizisten waren vor Ort, doch statt die Verkehrsteilnehmer sofort zu unterstützen, parkte das "Freund und Helfer"-Duo mit dem Bus im Gebüsch und beobachtete das Geschehen. Ein genervter Fahrradfahrer machte seinem Ärger Luft: "Die stehen nur da und gucken!"

Das WOCHENBLATT hakte knapp eine halbe Stunde nach dem Ortstermin an der Chaos-Ampel bei Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach nach: Er nahm seine Kollegen in Schutz. "Wir bringen unsere eigenen Leute nicht in Gefahr." Für zwei Beamte sei die Verkehrsregelung, die übrigens Ausbildungsbestandteil jedes Streifenpolizisten sei, nicht zu bewältigen. "Verstärkung ist angefordert." Auch sei die zuständige Bremer Ampelfirma über den Defekt informiert worden.

Laut dem Polizeisprecher sind "vier bis sechs Polizisten" nötig, um den komplizierten Kreuzungsverkehr aus der Ausnahmesituation wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Bis dahin komme es auf die Umsicht der Autofahrer und ihre Kenntnisse der Straßenverkehrsregeln an.

Manchmal sei bis zum Eintreffen eines vollständigen Polizeiteams Geduld gefragt, so Bohmbach. So auch am Donnerstag, als viele bei anderen Einsätzen beschäftigt waren.

Im Normalfall, so erklärt Bohmbach, regele die Polizei den Kreuzungsverkehr, bis Monteure den Schaden behoben haben. In Ausnahmefällen können sie auch vorher abgezogen werden, bei schweren polizeilichen Einsätzen wie Raubüberfällen.
Laut Rainer Bohmbach handelte es sich um den zweiten "technisch bedingen" Ampel-Defekt innerhalb von rund einer Woche an dieser Kreuzung.