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Amt bremst die Hundeklappe

Heidi Aschmuteit mit einem Heimhund (Foto: Archiv/Tierhof Stade)

Gut gemeintes Tierschutzprojekt in Kehdingen wegen bürokratischer Hürden auf Eis gelegt

tp. Drochtersen. Rund vier Monate nach Projektstart hat Tierschützerin Heidi Aschmuteit aus Kehdingen ihre Pläne auf Eis gelegt, auf ihrem "Tierhof Stade" in Drochtersen-Dornbuschermoor die erste Hunde-Klappe im Landkreis Stade zu errichten. Die gut gemeinte und von der Kreis-Veterinärbehörde begrüßte Idee einer anonymen Annahmestelle für herrenlose Hunde sei bis auf Weiteres an praktischen Hürden gescheitert, so Aschmuteit.

Vorgesehen war eine Hundeklappe, in der auch andere Tierarten abgegeben werden können. Dazu wollte Aschmuteit auf dem Gelände ihres von dem "Verein für den Tierschutz Stade und Umgebung" getragenen Tierheims einen Zwinger mit Schutzdach, Futter und Trinknapf aufstellen (das WOCHENBLATT berichtete). Das Veterinäramt fordere jedoch einer bauliche Variante, bei der sich jeweils nur ein Tier in der Hundeklappe befindet, so Heidi Aschmuteit. Dadurch soll verhindert werden, dass sich abgegebene Tiere gegenseitig verletzen.

Aschmuteit hatte zunächst an eine Not-Klingel gedacht, über die die Abgabe von Tieren in ihr Wohnhaus auf dem Tierhof gemeldet werden können. "Doch dazu müsste ich rund um die Uhr zu Hause sein. Das kann ich leider nicht gewährleisten", so Heidi Aschmuteit. Sie hält trotz der Schwierigkeiten an der Idee einer Hundeklappe fest und sucht nach Anregungen für eine leichter umsetzbare Lösung.
Ein ähnlicher Fall, bei dem ein nützliches Tierschutzprojekt an bürokratischen Hürden zu scheitern droht, spielte sich im Dorf Stelle bei Winsen ab. Nach aktuellem Stand darf Tierärztin Dr. Tatjana Rusch ihre Fundtierstelle nur noch bis Ende März betreiben. Der Landkreis Harburg stört sich an einem fehlenden Antrag Ruschs auf Genehmigung einer tierheimähnlichen Einrichtung.

• Kontakt: Tel. 04143 - 5243.

Kommentar

Mit ihrer Hundeklappe als anonyme Abgabestelle für Tiere will Tierschützerin Heidi Aschmuteit Tierelend abwenden, dem sie in ihrer täglichen Arbeit begegnet. Auf ihr einfaches Vorhaben reagiert die Behörde mit einem schwer nachvollziehbarem Einwand: In dem Zwinger könnten sich "Kampfhund und Kaninchen", "Kater Tom und Mäuschen Jerry" begegnen. Dieses Szenario mit einer Wahrscheinlichkeit wie Schnee zu Ostern reicht für ein Veto vom Amt. Schade um eine gute Idee.
Thorsten Penz