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Asper Bürger kritisieren Umfrage zur Zentralkanalisation

Anita Ehlers und Wilhelm Siems wollen ihre Kleinkläranlagen behalten (Foto: Aleksandra Maria Mleczko)
am. Aspe. Die Asper Bürger sollen entscheiden, ob sie ihre Häuser an die zentrale Kläranlage in Fredenbeck anschließen wollen. Dafür hat die Samtgemeinde Fredenbeck ein Umfrageschreiben an alle betroffenen Haushalte verschickt. Das klingt vernünftig und basis-demokratisch. Doch die Asper Bürger begehren dennoch auf. Denn auf den zweiten Blick entpuppt sich ihrer Meinung nach das Schreiben als beeinflussende Werbebroschüre und das ganze Vorhaben als unfaire Maßnahme, um Geld in die Kassen der Samtgemeinde zu spülen.
Die Gemeinde argumentiert mit Umweltfaktoren, mit der Notwendigkeit der Planung für die Zukunft und den Vorteilen für die Allgemeinheit.
Die Bürger in Aspe wollen das aber nicht akzeptieren. Sie haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie kämpfen dafür, ihre Kläranlagen behalten zu dürfen und wehren sich gegen die hohen Kosten, die auf sie zukommen könnten.
Bei einem Kanalanschluss kämen auf ein Grundstück von 1.000 Quadratmeter Kosten in Höhe von rund 6.000 Euro für die Anschlussgebühren und eine Pumpe zu. Zudem würden sich die monatlichen Ausgaben fast verdoppeln, so die Argumentation.
Rund 99 Prozent der Kläranlagen seien noch einwandfrei, sagt Anita Ehlers von der Interessengemeinschaft. Das hätten die zuständigen Behörden des Landkreises ermittelt.
Der nun verschickte Fragebogen macht der Interessengemeinschaft Sorgen, denn sie halten ihn für nicht objektiv. "Der erste Kritikpunkt ist, dass alle Haushalte, die an der Umfrage nicht teilnehmen, als Stimme für den Anschluss an den Kanal gewertet werden", sagt Wilhelm Siems. "Da vermisse ich doch jegliches Demokratieverständnis." Darüber hinaus seien 15 Punkte für aber nur drei gegen die Kanalisation aufgeführt. Und in dem Umfragebogen stünden falsche Zahlen zu den Kosten.
Ein weiterer Kritikpunkt an der Zentralkanalisation ist, dass nur die zentral gelegenen Haushalte angeschlossen werden sollen; dort, wo keine hohen Kosten für die Gemeinde entstehen. Auch der Gemeindefriedhof darf seine Kleinkläranlage behalten. Das empfinden die Asper als ungerecht.
Auf lange Sicht würde sich der Anschluss an die Kanalisation rechnen, so die Argumentation der Gemeinde, denn die Kosten für eine neue Kläranlage oder die Sanierung einer bestehenden sind hoch. Auch seien viele der Kläranlagen zwar in Ordnung aber dennoch veraltet, sodass Phosphor und Stickstoff in das Erdreich gelangten. Und die Sperrfristen in denen der Anschlusszwang ausgeschlossen ist, laufe für die meisten Kleinkläranlegen Ende 2017 aus. Danach darf die Gemeinde die Bewohner zum Kanalanschluss verpflichten.