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B74-Sanierung fast überstanden: "Wir machen drei Kreuze"

Bei einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen wurde ein Autofahrer in Estorf schwer verletzt (Foto: Polizei Stade)
 
Gerhard Seba, Bürgermeister von Kutenholz (Foto: sb)

Weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr trotz Gefahr auf engen Umleitungsstrecken auf der Stader Geest


tp. Landkreis Stade. tp. Landkreis Stade. Verirrte Lastwagen, genervte Pendler, die Umwege auf engen, dunklen Dörfer-Pisten in Kauf nehmen mussten: Die Sperrung der Bundesstraße B74 wegen Bauarbeiten zwischen Stade-Wiepenkathen und Bremervörde stellte Verkehrsteilnehmer auf eine Geduldsprobe. Nach rund zweimonatiger Sanierung wird die Strecke voraussichtlich am Freitag, 2. Dezember, und damit zwei Tage vor dem angestrebten Fertigstellungstermin, wieder freigegeben. Aus strategischen Gründen entschieden die Verantwortlichen jedoch, die Sanierung des dritten und letzten Abschnittes der insgesamt zehn Kilometer langen Strecke, Wiepenkathen-Schwinge, erst im Frühjahr fortzusetzen, was eine weitere zweimonatige Sperrung zur Folge haben wird.

Eine freudige Überraschung ergab ein Blick des Stader Polizeisprechers Rainer Bohmbach auf die Unfallstatistik: Die Unfallzahl in den Samtgemeinden Oldendorf-Himmelpforten und Fredenbeck sank deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Laut Bohmbach hätten die Umleitungen nicht dazu geführt, dass auf den Strecken mehr oder schwerere Unfälle zu verzeichnen waren. „Im Gegenteil, im Zeitraum Oktober/November 2015 wurden in dem Bereich 77 Unfälle gezählt und bisher sind es im Vergleichszeitraum 2016 knapp die Hälfte.“

An Brennpunkten führte die Polizei gezielt Verkehrsüberwachungen und Tempomessungen durch. In Fredenbeck-Schwinge sperrte sie den engen, von wenigen Wohnhäusern gesäumten Wirtschaftsweg „An der Bult“ für den Durchgangsverkehr.

Trotz verkehrslenkender Maßnahmen gab es einige schwere Unfälle. Einige Beispiele: Ein Trucker wollte sich mit seinem Sattelzug eine Umleitungsstrecke selbst suchen, sein Navigationsgerät leitete ihn in die Kutenholzer Feldmark, wo er sich festfuhr.

In Kutenholz-Essel starb ein Pkw-Fahrer auf der Landesstraße 123 bei einer Frontal-Kollision mit einem Sattelzug. In Estorf erlitt ein Autofahrer schwere Verletzungen, als er auf der Landesstraße 114 mit einem abbiegenden Lastwagen zusammenstieß.

Der Kutenholzer Bürgermeister Gerhard Seba, Polizist in Fredenbeck, sagt: „Wir machen drei Kreuze, dass wir die Sperrung jetzt erstmal aufheben können.“ Aus den Dörfern habe es zahlreiche Beschwerden wegen verstopfter Nebenstrecken in Wohngebieten gegeben. Unter anderem suchten sich Pendler Schleichwege über die Anlieger-Straße Ellerbusch in Kutenholz. Zu Stoßzeiten hätten Fußgänger in Fredenbeck auf der Höhe des Penny-Marktes wegen der viele Lastwagen und Pkw kaum die Straße überqueren können.
Diverse Straßenschäden meldet der Oldendorfer Bürgermeister Johann Schlichtmann, ebenfalls Polizist. Insbesondere der Kreisverkehr am Gewerbegebiet Oldendorf und ein Abschnitt der Hauptstraße in Oldendorf seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Haftungsfrage soll in einem Gespräch mit der zuständigen Landesstraßenbaubehörde erörtert werden.

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