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Bäuerin aus Estorf: "Wir haben auf einen neuen Melkstand verzichtet"

Milchbäuerin Susanne Hildebrand vor ihrer Kuhherde in Estorf

Hof Hildebrandt hielt in der Niedrigpreis-Phase seine Kuhherde stabil

tp. Estorf. "Diese Talfahrt mussten wir überstehen", sagt der gestandene Milchbauer Jörg Hildebrandt (55), der mit seiner Ehefrau Susanne (49) und den drei Kindern eine Landwirtschaft mit 139 Milchkühen in Estorf im Landkreis Stade betreibt. Trotz des Milchpreisverfalls, der im Jahr 2014 sein Rekordtief mit 20 Cent pro Liter erreichte, hielten die Hildebrandts ihre Herdengröße stabil.
Grund: Sohn Nils (23), der seine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen hat, will den seit dem 17. Jahrhundert auf der Stader Geest bestehenden Traditionsbetrieb übernehmen.

"Wir mussten sparen, wo wir konnten", blickt Vater Jörg Hildebrandt auf die Niedrigpreis-Phase zurück. Auf besondere Privatausgaben für Urlaub oder Auto wurde eisern verzichtet. Die rund 100.000 Euro teure, dringend nötige Ersatzanschaffung für den 35 Jahre alten Melkstand wurde zurückgestellt, der mittelständische Betrieb nahm Bankkredite auf.

Seit Oktober bekommt der Hof Hildebrand von seinem Abnehmer, der Großmolkerei Deutsches Milchkontor (DMK) in Zeven (Landkreis Rotenburg) immerhin wieder 25 Cent je Liter Milch. Um einträglich wirtschaften zu können, brauchen die Hildebrandts 30 Cent. Sofern dieses Preisniveau - wie vom Milchindustrie-Verband (MIV) prognostiziert - ab November erreicht wird und mindestens bis Frühjahr anhält, will die Familie in den neuen, modernen Melkstand investieren und sich auch mal wieder etwas Persönliches gönnen.