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Barriere von Mutter Natur

"Warum wird der umgeknickte Baum nicht geräumt? Wer ist zuständig?", fragt Werner Wackenhut

Umgestürzte Pappeln in der Schwinge blockieren Bootsverkehr / Landkreis nicht zuständig

tp. Stade. "Dies ist ein jährlich wiederkehrendes Problem", sagt Werner Wackenhut (62) aus Stade-Thun und blickt auf eine mächtige Pappel, die in das Flüsschen Schwinge gekippt ist. Dies ist nach Wackenhuts Beobachtungen bereits bei einem Sturm im vergangenen Herbst passiert. Er fragt, wer für die Räumung zuständig ist.

Laut Werner Wackenhut, der im Süden von Stade in der Nähe der Schwinge wohnt, stürzen seit rund zwei Jahrzehnten bei starkem Wind immer wieder grüne Riesen der Pappel-Allee, die das westliche Schwinge-Ufer säumt, ins Wasser. Die Folgen: Sportpaddlern mit ihren Kanus und Kajaks wird der Weg abgeschnitten. Auch die Kapitäne der Fleetkähne, die während der Tourismus-Saison Ausflügler befördern, müssen an der natürlichen Barriere umkehren. Dadurch bleibt den Fleetkahn-Passagieren eine historische Sehenswürdigkeit verwehrt: die einige hundert Meter flussaufwärts gelegene frühmittelalterliche Wallburg "Schwedenschanze".

Die zuständige untere Wasserbehörde des Landkreises Stade darf erst eingreifen, wenn der Abfluss des Wassers durch moderndes Holz behindert ist. Dies sei laut Landkreis-Pressesprecher Christian Schmidt noch nicht der Fall. Sobald sich das Wasser an den morschen Stämmen staut, würde der Landkreis den in Fredenbeck ansässigen Unterhaltungsverband, der über entsprechende Fahrzeuge und Geräte verfügt, mit der Räumung beauftragen. Die Kosten würden dem Grundstückseigentümer in Rechnung gestellt.

Aktuell empfiehlt Christian Schmidt Beschwerdeführern, sich an den Besitzer der landwirtschaftlichen Fläche zu wenden, auf dem die Bäume stehen. Formal hat der Bauer noch Zeit, Stämme und Gestrüpp aus dem Flussbett zu räumen: Das Kanufahren auf der Schwinge, die in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, ist offiziell ab Freitag, 16. Mai, erlaubt. Die Wassersportsaison dauert bis Dienstag, 14. Oktober. Gut möglich, dass der Privatbesitzer bewusst mit der Räumung wartet. Aufgrund von Niederschlägen in den Wintermonaten ist das Gelände morastig und schwer befahrbar.

• Nach Christian Schmidts Angaben hat die Stadt Stade im Jahr 2008 beim Kreis einen Antrag auf Abholzung gestellt. Eine Fäll-Genehmigung der Pappel-Allee sei ausnahmsweise erteilt worden, doch die Stadt habe die Frist verstreichen lassen.