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Barrierefreiheit in Stade: Manches geht noch besser

Rundgang durch das neue Warenhaus Neuer Pferdemarkt: Beate Kahrs (li.) sowie Max Prigge und seine Mutter Kerstin Prigge Fotos: bc
Kritischer Rundgang mit AG Barrierefreies Stade durch das neue Einkaufszentrum Neuer Pferdemarkt

bc. Stade. Seit gut eineinhalb Monaten ist das neue Warenhaus Neuer Pferdemarkt geöffnet. Es soll der neue Kundenmagnet für die Stader Innenstadt sein. Bislang ist viel Gutes zu hören, die Geschäfte werden angenommen. Auch die Arbeitsgruppe (AG) "Barrierefreies Stade" findet durchaus Lob für die Gestaltung des Gebäudes, hat aber trotzdem noch Verbesserungspotenzial entdeckt.
Das WOCHENBLATT unternahm einen Rundgang mit Mitgliedern der AG, um ein paar neuralgische Stellen aufzuzeigen, bei denen das Immobilien-Unternehmen Matrix aus Sicht von Menschen mit Behinderungen nacharbeiten könnte.
• Bei der Treppenanlage fehle ein Geländer, sagt Beate Kahrs. Die Frau verfügt nur noch über zwei Prozent Sehstärke. "Sofern ich von unten nach oben gehen möchte, gibt es auf der rechten Seite keine Möglichkeit, mich zu orientieren", sagt sie. Zudem könnten zusätzliche Bodenprofile oder sogenannte Aufmerksamkeitsfelder vor den Stufen aufgebracht werden, um Sehbehinderten anzuzeigen, dass mit einer Treppe zu rechnen sei.
• Es gebe keine ins Pflaster eingelassene Leitlinien, um sehbehinderten Menschen den Weg beispielsweise zu den Fahrstühlen zu weisen, sagt Kerstin Prigge, Erste Vorsitzende vom Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt und des Landkreises.
• Die Hinweisschilder zu den verschiedenen Etagen bzw. zu den Fahrstühlen seien für blinde Menschen kaum zu erkennen. Prigge: "Die Kontraste sind zu schwach." Ähnliches gilt für einige Glastüren, die schwer als solche zu identifizieren sind, weil ein Durchlaufschutz fehle.
• Bei den behindertengerechten Toiletten gebe es Verbesserungsbedarf, sagt Rollstuhlfahrer Max Prigge: "Es fehlt an der Tür ein Band, damit ich die Tür ohne größeren Aufwand von innen schließen kann."
All das sind Punkte, die die Arbeitsgruppe schon mit Bürgermeisterin Silvia Nieber im Vorwege besprochen durfte. Kerstin Prigge ist dafür dankbar: "Frau Nieber hat zugesagt, dass sie sich mit uns diesbezüglich zusammensetzen möchte."
Das WOCHENBLATT hat auch bei Matrix nachgefragt. Projektmanager Andreas Hebbeler ist für Vorschläge offen: "Sofern uns die Vorschläge bekannt sind, werden wir sie inhaltlich prüfen, ob sie umsetzbar sind."