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Baudenkmal in Stade kurz vor der Schenkung zerstört

Dieter Kunze neben der Scheune. Im Hintergrund: das abgebrannte Reetdachhaus

Reetdachhaus an der Harburger Straße brannte zum zweiten Mal / Stiftung hält an Nutzungsplänen fest

tp. Stade. Wer auch immer den Ehrenamtlichen der Stader Stiftung für Kultur und Geschichte einen Strich durch die Rechnung machen will: „Wir halten an unseren Plänen fest“, sagt der Stiftungs-Chef Dieter Kunze (76) und blickt betrübt auf Mauerreste aus Backsteine von Löschwasser durchtränktes Reet und verkohlte Balken an der Harburger Straße in Stade. Dort wurde am Samstagmorgen - möglicherweise durch Brandstiftung - ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert zerstört. Sachschaden: rund 50.000 Euro. Bereits im Auzgust hatten Brandstifter des Gebäude angezündet. Die Feuerwehr konnte die Flammen rechtzeitig löschen.

Den widrigen Umständen zum Trotz sollen auf dem Anwesen in Kürze Restaurierungsarbeiten beginnen.

Die notariell auf den 1. Dezember 2015 datierte Überlassung des Grundstücks samt der Gebäude war von langer Hand vorbereitet worden. Zur Schlüsselübergabe hatte sich Dieter Kunze nach eigenen Angaben am Sonntag um 13 Uhr mit dem Stader Privateigentümer, der die Tage zuvor im Ausland verbracht habe, verabredet. „Das Treffen fand statt, doch zur Schlüsselübergabe kam es wegen des Brandes nicht mehr“, berichtet Kunze.

In dem Fachwerkhaus sollten vier Freiwillige der „mobilen Truppe“ der Jugendbauhütte des Landkreises Stade wohnen. Die im Schloss Agathenburg ansässige Leitung der Einrichtung sollte dort ein Büro bekommen. Die benachbarte Scheune aus dem 17. Jahrhundert, die von der Feuerwehr gerettet wurde, soll zu einem Lager und ein Ausstellungsraum umgestaltet werden. Für nötige Dachreparaturen hat Dow Stade bereits 15.000 Euro Spenden bereitgestellt. Weitere Institutionen stellten 75.000 Euro in Aussicht.

Die Stiftung werde das Vorhaben weiter verfolgen, so Kunze. „Um ein Zeichen zu setzen“, würden Bauhütten-Mitarbeiter bereits in Kürze mit den Arbeiten an der Durchfahrtschheune beginnen. Ein maroder Backstein-Anbau wird abgerissen.

Als Ersatz für das zerstöre Reetdachhaus sucht die Stiftung nun in der Region nach einem Baudenkmal, das abgebaut und auf dem Stader Grundstück wiedererrichtet werden soll. Die Kostenübernahme ist noch offen.

Laut Dieter Kunze wollte der Eigentümer Stade das Haus ursprünglich zu Privatzwecken nutzen. Wegen kostspieliger Denkmalschutzauflagen nahm er jedoch von dem Vorhaben Abstand. Gegen eines Spendenbescheinigung ging das Haus an die Stader Stiftung, die ihrerseits gewährleisten musste, das Anwesen nach Vorgaben des Denkmalschutzes zu nutzen und nicht zu nicht zu verkaufen. Auf dem rückwärtigen Grundstückteil plant der Eigentümer Mehrfamilienhaus.

• Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.