Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Botschafterin für Frauen

Meike Ossenbrügge aus Stade behauptet sich in einer Männerdomäne.
Fleischereimeisterin Meike Ossenbrügge gibt jungen Unternehmerinnen wichtige Tipps und Ratschläge

at. Stade. "Ich brenne für meinen Job", sagt Meike Ossenbrügge, Inhaberin der Fleischerei Ossenbrügge aus Stade. Aus diesem Grund ernannte die Bundesregierung die Fleischereimeisterin kürzlich zur "Botschafterin für Unternehmerinnen" (das WOCHENBLATT berichtete). "Frauen unternehmen" ist der etwas sperrige Titel, dem Meike Ossenbrügge gemeinsam mit 179 anderen erfolgreichen Frauen aus ganz Deutschland Leben einhauchen wollen.
"Ein Netzwerk erstellen, Kontakte knüpfen - das ist das A und O für jede Unternehmerin", sagt Ossenbrügge. Und das ist manchmal für Frauen wichtiger als für Männer, vor allem, wenn auch noch Kinder zu betreuen sind. "Ohne Hilfe, egal ob von der Familie oder von Mitarbeiterin, ist das Leben als Unternehmerin kaum zu realisieren."
Ossenbrügge hat selbst zwei Kinder. Ist in ihrem Beruf eine Vorreiterin: In der Berufsschule war sie die einzige Frau unter 25 Schülern. Selbst den Ausbildungsplatz musste sie sich hart erkämpfen. Sie bekam unzählige Absagen, u.a. mit der Begründung, es gäbe keine Damentoilette. Am Ende schloss sie als Beste ihres Jahrgangs ihre Ausbildung ab. "Ich habe immer mit Kollegen geübt, die bei Wettbewerben mitgemacht haben. Das hat mich weiter gebracht", sagt sie. Und gute Verbindungen. 2006 übernahm sie schließlich die Fleischerei ihres Vaters.
Frauen in der Selbstständigkeit unterstützen, ihnen Tipps und Ratschläge geben sowie die richtigen Ansprechpartner nennen - das sind Herzensangelegenheiten, die die Unternehmerin übernehmen will. Ihre Bewerbung beim Bundesministerium für Wirtschaft reichte sie handschriftlich ein. Das Formblatt, das als Bewerbung im Internet angeboten wurde, sei ihr viel zu unpersönlich gewesen. "Ich schrieb in meinen Worten, wie ich anderen in der Selbstständigkeit helfen möchte."
Das Bundesministerium für Wirtschaft lud sie im Oktober nach Berlin zum Workshop ein. Die Fleischermeisterin gehörte zu 180 Frauen, die aus 360 Bewerberinnen ausgesucht wurde. In der Hauptstadt organisierten die Unternehmerinnen eine Kooperationsstelle, die ab sofort als Schnittstelle zwischen den Damen fungiert.
"Es sind tolle Frauen darunter", sagt Ossenbrügge. Mit Pepp, Witz und tollen Ideen.
Die nächsten Schritte sind jetzt in Arbeit. Sie habe bereits erste Kontakte geknüpft und auch mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Stade gesprochen. "Es muss definitv mehr Angebote für Frauen geben", sagt sie. "Dafür werde ich mich einsetzen."