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Chaos zur Rush-Hour

Am engen Stader Weg prallen die Interessen von Autofahrern und Radfahrern aufeinander (Foto: Bllattner privat)

Anhaltende Verkehrsprobleme am Stader Weg / Kein Platz für Radfahrer

tp. Stade. "Zugeparkter Fußweg und Seitenstreifen, Fahrbahnschäden und reger Autoverkehr von vorne und hinten - wo bleiben die Fahrradfahrer?": Über die aus ihrer Sicht chaotischen Verkehrszustände am Stader Weg in einem Wohngebiet in Wiepenkathen klagt Anwohnerin Marion Blattner (43). Einer von vielen, die unter der Enge auf der Straße leiden, ist Blattners Sohn Yannick Fynn (12).

Mutter und Sohn berichten: Als Yannick Fynn kürzlich morgens mit seinem Fahrrad auf dem Stader Weg fahren wollte, sei "wieder einmal das reinste Verkehrschaos ausgebrochen". Der Zustand wiederhole sich täglich zur "Rush-Hour" morgens und mittags zum Unterrichtsbeginn und -ende der benachbarten Schule. Altersbedingt darf Yannick Fynn den einseitigen Fußweg nicht mehr mit dem Rad befahren. Auf dem Stader Weg fühlt sich der Junge nicht sicher. Aufgrund der vielen Schlaglöcher sei es dort "wie auf einem Kartoffelacker".

Marion Blattner fügt hinzu: "Wer zu Stoßzeiten sein Grundstück verlassen oder zurückkehren wolle, stehe vor Hindernisssen: "Alles zugeparkt." Zwar ließ die Stadt Halteverbotsschilder aufstellen. Diese würden aber leider von vielen Autofahrern ignoriert, so Marion Blattner. Selbst Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe Stade (KBS) nutzten die Flächen, um dort entgegen der Fahrtrichtung ihre Autos abzustellen. Auch abends fänden die Anwohner des Stader Weges keine Ruhe, sagt Marion Blattner: Dann werde die Tempo-30-Strecke zur Rennpiste für Autofahrer. Diese würden den Radfahrern nach ihren Beobachtungen nur selten und ungerne ausweichen. "Stattdessen hupen sie, weil ich nicht schnell genug fahre", sagt Yannick Fynn.

Am Stader Weg gibt es, wie mehrfach berichtet, seit Jahren Verkehrsprobleme. Die Lage spitzte sich zu, nachdem die Stadtverwaltung zwei als Poller dienende Blumenkästen am Ende des Stader Weges/Einmündung Dahlienweg entfernt hatte. Durch die Maßnahme wurde nach Schilderungen vieler Nachbarn aus der ruhigen Sackgasse eine zu Stoßzeiten stark befahrene "Raser-Piste". Ein Anwohner klagte und gewann den Prozess vor dem Verwaltungsgericht. Nach Auffassung der Richter ist die schadhafte und schmale Straße dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nicht gewachsen und nicht für den Begegnungsverkehr geeignet.

Laut Wiepenkathens Bürgermeister Horst Deede ist die Verkehrssituation am Stader Weg zurzeit aufgrund von Bauarbeiten besonders brenzlig. Da die Sparkasse eine neue Filiale errichte, habe der Baustellenverkehr zugenommen. Die Stadt plane für das Jahr 2015 die Sanierung der Straße, so Deede. An den Ausbaukosten werden die Anrainer allerdings mit bis zu 80 Prozent beteiligt. Details sollen bei einer Anwohnerversammlung im Herbst erörtert werden.