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Dem Krebs keine Chance geben: Spezialfahrzeug macht Station auf den Dörfern

Die Medizinisch-Technischen Radiologieassistentinnen Martina Rocksien (li.) und Birgit Uhlendorf führen die Untersuchung durch Fotos: lt
 
Die Stader Klinik Dr. Hancken betreibt insgesamt zwei Mammobile im Elbe-Weser-Raum
lt. Horneburg/Stade. Der silberfarbene Lkw-Auflieger mit dem rosa Logo ist nicht zu übersehen und inzwischen ein gewohnter Anblick in der Region. Die mobile Brustkrebs-Screening-Station - das so genannte Mammobil - steht derzeit in Horneburg und Tostedt. Das WOCHENBLATT hat sich auf den insgesamt 34 Quadratmetern im Inneren des Mammobils umgeschaut und erfahren, wie die Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs abläuft.
Bis zu 80 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kommen täglich ins Mammobil, um ihre Brüste an einem speziell dafür konstruierten Gerät röntgen zu lassen, berichtet Dr. Thilo Töllner. Der Leiter des Zentrums für Mammadiagnostik der Stader Klinik Dr. Hancken ist der Programmverantwortliche Arzt in der Screening-Region Elbe-Weser.
Er gehört allerdings nicht zur festen "Besatzung". Am Empfang der mobilen Praxis sitzt bereits seit 2006 Petra Stabrey, das "Herz des Mammobils". Die für gesetzlich Versicherte kostenlose Untersuchung führen zwei Medizinisch-Technischen-Radiologieassistentinnen der Klinik Dr. Hancken durch.
Die Frauen treten dabei an das schwenkbare Röntgengerät heran und müssen ihre Brüste nacheinander auf eine glatte Fläche legen. Um gut lesbare Röntgenbilder zu bekommen, werden die Brüste dann mit einer Plexiglas-Platte kurz zusammengedrückt. Von jeder Brust werden zwei Bilder angefertigt.
"Das Zusammendrücken empfinden viele Frauen als unangenehm, aber die ganze Untersuchung dauert zum Glück nicht länger als fünf Minuten", sagt Dr. Thilo Töllner. Direkt nach der Mammographie werden die Röntgenaufnahmen per verschlüsselter Datenleitung an zwei voneinander unabhängige Radiologen weitergeleitet.
Wenn beide zu einem unauffälligen Befund kommen erhält die Screening-Teilnehmerin darüber innerhalb von zwei Wochen eine Nachricht und wird in zwei Jahren wieder zur Mammographie eingeladen.
Sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, bekommt die Betroffene innerhalb von sieben Tagen eine Einladung zu weiteren Untersuchungen. "Bei neun von zehn Frauen handelt es sich aber nicht um Brustkrebs", betont Dr. Thilo Töllner. Handele es sich doch um Krebs, seien 81 Prozent der beim Screening entdeckten Tumoren kleiner als zwei Zentimeter und fast immer gut behandelbar.
Insgesamt können Frauen, die regelmäßig am Mammographie-Screening-Programm teilnehmen, ihr individuelles Risiko an Brustkrebs zu erkranken um 40 Prozent senken, sagt Töllner.
Die Klinik Dr. Hancken betreibt zwei Mammobile, die im Rahmen des bundesweiten Screening-Programms seit 2006 das ganze Jahr über in insgesamt 24 Orten der Landgemeinden der Kreise Stade, Cuxhaven, Rotenburg, Bremerhaven und Harburg unterwegs sind, um den Teilnehmerinnen teilweise lange Wege in die Kliniken zu ersparen.
Ca. 65 Prozent der eingeladenen Frauen aus dem Elbe-Weser-Bereich nehmen an der Untersuchung teil. Im Normalfall erhalten alle Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren eine Einladung von der Zentralen Stelle, die im Gesundheitsamt der Hansestadt Bremen angesiedelt ist. Wer keine Einladung erhalten hat, kann sich unter Tel. 0421 - 36114094 melden.
• Nähere Infos zum Mammobil und zum Screening unter www.mammascreening-nord.de

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