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Den Koran auf dem iPod

Iyamide Mahdi hat ihren Koran als App auf dem iPod (Foto: sum)

Iyamide Mahdi hilft Migratinnen mit ihren eigenen Erfahrungen weiter


sum. Stade. In Sachen Integration und Migration ist Iyamide Mahdi aus Stade eine vielgefragte Frau. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Zentrums für interkulturelle Kommunikation und Kompetenz (ZinKKo) und als selbständige Beraterin auf diesem Gebiet ist die 48-Jährige ständig unterwegs. Und selber als Ausländerin nach Deutschland gekommen, weiß sie auch genau, wie wichtig Integration ist.

Ein Jahr nach ihrer Geburt in Glasgow (Schottland) zog ihre Familie nach Sierra Leone (Westafrika), wo der Vater als Hoch- und Tiefbauingenieur einer deutschen Firma im ganzen Land unterwegs war. Das ständige Umziehen gehörte genauso zu ihrer Kindheit, wie der Besuch einer deutschen Firmenschule. Kein Wunder also, dass Iyamide Mahdi neben Krio, Englisch und Französisch auch perfekt Deutsch spricht.

Ihr Abitur machte die sunnitsche Muslimin schließlich in einem Internat in England und studierte im Anschluss Germanistik und Romanistik. Es folgten ein Aufbaustudium zur Diplomübersetzerin und ein Jurastudium, das Iyamide Mahdi 1995 erfolgreich beendete.

Während eines Praktikums am Europäischen Parlament in Luxemburg lernte die britische Staatsangehörige im Frühjahr 1991 ihren deutschen Ehemann kennen, der vier Jahre später bei ihren Eltern um ihre Hand anhielt. Zum Erstaunen ihrer Tochter sagten die Eltern „Ja“, obwohl der zukünftige Schwiegersohn ein Christ war. „Meine Eltern wünschten sich für mich lieber einen guten Ehemann als einen schlechten Muslimen“, erinnert sich Iyamide Mahdi.

Und so zog die Rechtsanwältin vor zwanzig Jahren von England nach Stade, bekam drei Kinder, machte sich als Übersetzerin selbständig und engagierte sich tatkräftig im Kindergarten, in der Schule sowie in der Familienbildungsstätte.

„Als ich dann 2009 die Diagnose Brustkrebs bekam, warf mich das völlig aus der Bahn“, erzählt die sympathische Frau, die sich daraufhin bis zu ihrer Genesung vollständig aus dem Berufsleben zurückzog. „Es hört sich vielleicht komisch an,“ erklärt sie, „aber seit der Krankheit bin ich viel glücklicher.“ Inzwischen hat Iyamide Mahdi ihre ehrenamtliche Arbeit wieder aufgenommen. Insbesondere die Tätigkeit im Verein ZinKKo und im Bereich Migration und Integration liegen ihr sehr am Herzen.

Um dem manchmal hektischen Alltag zu entkommen, versucht die aktive Frau, die sich selbst als gar nicht so fromm bezeichnet, regelmäßig zu beten. Damit sie das nicht vergisst, hat sie sich den Koran sogar auf ihren iPod-Touch heruntergeladen und erhält regelmäßig eine automatische „Bet-Erinnerung“. „Das klappt nicht immer,“ erzählt Iyamide Mahdi mit einem Schmunzeln, „aber ich bin auf einem guten Weg.“