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Denkmalgeschützter Heuweg in Dollern sorgt erneut für Diskussionsstoff

Sehen die geplante Sanierung des Heuwegs kritisch und wollen nicht, dass dafür Bäume gefällt werden müssen: Ralf Kimmel (li.) und Paul Müller
 
Der Feldsteinweg in Dollern steht unter Denkmalschutz
lt. Dollern. Der kleine denkmalgeschützte Heuweg in Dollern schafft es immer wieder in die Schlagzeilen und sorgt nun erneut für Diskussionsstoff. Anwohner Paul Müller sieht die bevorstehende Sanierung kritisch und vermutet nach wie vor einen Zusammenhang mit einer möglichen Swingolf-Anlage im Naturschutzgebiet.

Wie mehrfach berichtet, ist eine Sanierung des 400 Meter langen, teilweise mit Feldsteinen gepflasterten Weges lange überfällig und schon seit Jahren im Gespräch. Passiert ist bis heute nichts. Das liege aber nicht daran, dass die Gemeinde sich nicht kümmere, so Dollerns Bürgermeister Wilfried Ehlers auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Das Problem sei der zu berücksichtigende Denkmalschutz. Ein einfaches und kostengünstiges Asphaltieren komme nicht infrage, weil die Feldsteine erhalten bleiben müssen, so Ehlers.
Er ist aber guter Hoffnung, dass der Heuweg bald saniert werden kann. Demnach sollen beiderseits des Feldsteinpflasters jeweils 90 Zentimeter breite Asphaltspuren geschaffen werden, um ihn auch für den landwirtschaftlichen Verkehr optimal nutzbar zu machen. Der Weg erhält dann eine Gesamtbreite von 4,50 Meter. Die Kosten, an denen sich auch die vier betroffenen Anlieger mit rund 40 Prozent beteiligen müssen, werden auf rund 180.000 Euro geschätzt. Die Gemeinde warte nur noch auf die Zusage von Fördergeldern seitens der Denkmalschutzbehörde, so Ehlers.

Besorgt über die geplante Sanierung des Heuwegs zeigt sich Anwohner Paul Müller. Der Apotheker, der künftig für die FDP im Rat sitzt, fürchtet, dass einige der großen Eichen am Heuweg gefällt werden müssen und dass der Weg zur "Rennstrecke" wird.
Die jetzige Planung mit Asphaltstreifen links und rechts verändere zudem den Charakter des historischen Wegs, so Müller.
Er will sich zudem dafür einsetzen, dass Anlieger künftig nicht mehr zur Kasse gebeten werden, wenn eine Straße saniert wird. "Die Hauptnutzer sind ja meistens andere Verkehrsteilnehmer", so Müller.
Seine allergrößte Sorge ist aber eine ganz andere. Müller vermutet, dass die von der Gemeinde vorangetriebene Sanierung nicht - wie behauptet - mit der Verkehrssicherung zusammenhängt. Der wahre Grund sei der mögliche Bau einer Swingolf-Anlage im Naturschutzgebiet, die über den Heuweg zu erreichen wäre.
Wie berichtet, gab es bereits 2009 entsprechende Pläne von Gisela und Günther Detjen zum Bau einer Swingolf-Anlage - einer vereinfachten Form des Golfens - in Dollern. Neben dem etwa 9,5 Hektar großen Swingolf-Platz sollte ein Hofcafé entstehen. Dafür wollten die Detjens eine Scheune, die auf der Fläche steht, sanieren. Parkplätze sollten am Heuweg entstehen - direkt unter einer alten Gruppe Eichen.
Doch der Landkreis lehnte das Vorhaben aus Naturschutzgründen zweimal ab. Außerdem formierte sich eine Bürgerinitiative - zu der auch Paul Müller gehört - die Unterschriften gegen den Swingolf-Platz sammelte.

Bürgermeister Wilfried Ehlers kann die Vorwürfe, die Sanierung des Heuwegs hänge mit der Swingolf-Anlage zusammen, inzwischen nicht mehr hören. "Das hat damit nichts zu tun", sagt Ehlers.
So weit er wisse, würden im Zuge der Sanierung auch keine Bäume gefällt. Die Sorge Müllers, dass der Heuweg künftig zur Rennstrecke werden könnte, teilt Ehlers nicht.