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Der Hund als Therapeut

Mmmh, das ist lecker! Martina Carius (re.) bestreicht die gelähmte Hand von Roland Baumgarten mit Leberwurst. Boxerrüde Lennie darf die Creme dann ablecken

Gruppe "Besuchshunde Stade" sucht neue Mitglieder


sb. Stade. Begeistert schleckt Boxerrüde Lennie über die mit Leberwurst bestrichenen Finger von Roland Baumgarten. Immer wieder fährt die Zunge über das Handgelenk, den Handrücken, die Finger und deren Zwischenräume. Und dann passiert das kleine Wunder: Der Senior kann seine durch einen Schlaganfall spastisch gelähmten Finger bewegen, für rund zehn Minuten öffnet sich die sonst verkrampfte Faust. "Das bekomme ich mit herkömmlicher Therapie nicht so gut hin", sagt Ergotherapeutin Wencke Delekat.

Lennie ist einer von sieben Hunden der Gruppe "Besuchshund Stade". Gemeinsam mit ihren Besitzerinnen besuchen die Tiere regelmäßig Seniorenheime im Landkreis Stade. Neben der Freude, die die Hunde den Senioren machen, haben die Besuche auch therapeutische Effekte. Verschlossene Menschen werden durch die tierische Ansprache aktiver, Bewegungseinschränkungen können durch das Spielen und Trainieren von kleinen Kunststücken überwunden werden. Das Kuscheln mit den Tieren schafft zudem positive Erlebnisse, insbesondere im Demenz- und Palliativbereich.

Weil die Nachfrage bei den Seniorenheimen stetig steigt, suchen die "Besuchshunde Stade" dringend Verstärkung. "Wenn Ihr Hund und Sie Lust auf eine ehrenamtliche Tätigkeit haben, schauen Sie doch bei unserem Infoabend vorbei", sagt Martina Carius. Er findet statt am Montag, 23. Februar, 19 Uhr, im Lokal "Op de Deel" in Stade-Wiepenkathen, Loger Weide 1. Die Besucher erfahren, welche Aufgaben die Besuchshunde und ihre Halter haben und welche Voraussetzungen mitgebracht werden müssen. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 04141 - 887 19 oder 04771 - 31 08.

Die Tiere sollten mindestens ein Jahr alt, gehorsam und aufgeschlossen gegenüber Menschen sein. "Wichtig sind außerdem ein freundliches Wesen, wenig Neigung zum Bellen sowie eine hohe Toleranz- und Reizschwelle", sagt Martina Carius. "Wenn Ihr Hund zudem Streicheln und Spielen toll findet und für ein Leckerchen fast alle tut, sind die Voraussetzungen optimal."

Neue Gruppenmitglieder durchlaufen zunächst eine viermonatige Schulung, bei der sowohl die Hunde als auch deren Besitzer ein Grundrüstzeug für die Besuche erhalten. Kursbeginn ist Montag, 2. März.