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Der rollende Chemie-Unfall

Am Spezialtankwagen: Ausbilder Ingo Piersing mit Stader Brandschützern

Säure-Leck und Gas-Alarm: Ausbildungszug für Gefahrgut hat "alles an Bord" / Schulung in Stade

tp. Stade. Das berüchtigte Industriegleis verläuft mitten durch Stade. Kritiker warnen unermüdlich vor dem Risiko von Chemieunfällen, denn über die Schienen rollen Eisenbahntanks mit teils hochgiftigen Chemikalien und explosiven Gasen des Dow-Werks in Bützfleth. In der gesamten Stader Region sind Züge mit gefährlicher Ladung unterwegs. Von einer Katastrophe blieben Städte und die Dörfer bislang verschont, und für den Fall, dass doch etwas passiert, rüsten sich die Retter der Feuerwehr mit speziellem Gerät und regelmäßigen Schulungen: In dieser Woche war der „Ausbildungszug Gefahrgut“ der Deutschen Bahn in Stade zu Gast.

An Bord hat der Zug einen umgebauten Kesselwagen, mit dem Säure-Lecks am Tank genauso wie Giftgas-Austritte aus undichten Leitungen und Ventilen erprobt werden können. Unter Regie des Bahn-Ausbilders Ingo Piersing und des Ausbildungsleiters Uwe Lindenberg durchliefen von Dienstag bis Donnerstag rund 150 Freiwillige aus dem Landkreis Stade den Lehrgang am Stader Güterbahnhof. Offenbar eine bedeutende Veranstaltung, denn auch der Chef des Notfallbezirkes Hamburg Nord der Deutschen Bahn, Rolf Brunkhorst, und Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis, waren vor Ort.

Zunächst bei einer theoretischen Einweisung, dann am präparierten Kesselwagen, lernten die Ehrenamtlichen der Feuerwehr-Umwelteinheiten u.a. beschädigte Züge zu sichern und Zapfarmaturen zu schließen. Die Feuerwehrleute um die Leiter der Umweltzüge, Holger Hase und Kai Eccarius übten das Schließen von Lecks per Hand, mit Holzkeilen, Pfropfen, Spezial-Knetmasse und Klebebändern. Die Ortsbrandmeister erfuhren in einem zu einem Klassenzimmer umgebauten Abteil Details zur der Einsatztaktik.

"Die Übung hat richtig was gebracht", schwärmte der Stader Feuerwehrsprecher Stefan Braun. So schnell sehen seine Kameraden den Zug übrigens nicht wieder. Er tourt das ganze Jahr durch Deutschland und ist ständig ausgebucht.