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Die ersten Ekelschachteln stehen in den Regalen

"Ob die Bilder etwas bringen, wird sich zeigen": Axel Bergmann vom Zigarrenhaus Bergmann
b>(ab/am). Vor knapp zwei Wochen legte Karin Havemann die ersten Packungen in die Regale des Tabakwaren- und Zeitschriftenhandels von Jens Waldvogel in Stade. Nachdem die EU die Richtlinie für Tabakprodukte beschlossen hatte, dauerte es eine Weile, bis die neuen Verpackungen auch im Einzelhandel angekommen sind.
Jetzt zieht die Verkäuferin wieder vereinzelt Packungen aus den Reihen und zeigt Schachteln mit schwarzen Lungen und unansehnlich verfärbten Füßen. "Ich weiß nicht, was das soll", sagt sie. "Das hält doch eh keinen vom Rauchen ab." Und auch ihre Chef, Jens Waldvogel, ist dieser Ansicht: "Auch die Sprüche haben damals nichts gebracht." Die Leute würden die Schachteln einfach in kleine Pappkartons stecken.
Axel Bergmann, Inhaber von Zigarrenhaus Bergmann aus Buchholz, meint, die neuen Schachteln hätten nach seinen Beobachtungen bis jetzt auf den Verkauf keine großen Auswirkungen gehabt. "Ob es nach einiger Zeit etwas bewirkt, wird man sehen", so Bergmann. Doch auch er geht davon aus, dass jene, denen die Bilder unangenehm sind, Zigaretten eher in eine andere Schachtel umpacken werden, als mit dem Rauchen aufzuhören.
So wie sie denkt anscheinend auch die Mehrheit der Deutschen. Das zumindest hat eine aktuelle Forsa-Umfrage ergeben, die eine Krankenkasse in Auftrag gegeben hatte. Demnach sind 81 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Bilder von den geschädigten Organen den Griff zum Glimmstängel nicht verhindern.
Aber es gibt auch andere Stimmen. Fotos seien effektiver als schriftliche Warnhinweise, sagen einige Forscher. Und man gewöhne sich an diese nicht so schnell, wie an eine Preiserhöhung.
Auch die Tostedterin Johanna Holtz kann sich vorstellen, dass es zumindest eine Gruppe gibt, die sich von den neuen Packungen beeinflussen lässt: "Vielleicht schrecken jüngere Menschen davor zurück, mit dem Rauchen anzufangen." Für sie selbst sind die Fotos aber kein Grund, dem Glimmstängel abzuschwören.