Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Die Fälle häufen sich

Verunreinigt durch Silage-Sickerwasser: der Oldendorfer Bach

Mais zu nass geerntet: Silo-Sickerwasser verursacht Gewässerschäden


tp. Landkreis Stade. Angler und Umweltschützer schlagen Alarm: Im Landkreis Stade häufen sich die Fälle von Gewässerverschmutzung durch Silage-Sickerwasser. Die Flüssigkeit ist ein gefürchteter „Fischkiller“. Die jüngste Silo-Panne ereignete sich vor wenigen Tagen in Oldendorf.
Von einer Mais-Siloplatte war der extrem nährstoffreiche Sickersaft in ein als Fischaufzucht-Teich genutztes Regenrückhaltebecken geströmt. Dort breiteten sich Wasserpilze massenhaft aus und zehrten den Sauerstoff auf. Fische verendeten.
Als katastrophal beurteilt den Vorfall Werner Schmidt (61), Chef des Sportanglervereins Oldendorf. Mehrere hundert Karpfen, Schleien, Rotaugen und andere Weißfische aus der vereinseigenen Zucht seien verendet, so Schmidt. Geschätzter Schaden: 2.000 Euro.
Auf den Öko-Unfall in Oldendorf reagierte die zuständige untere Wasserbehörde des Landkreises Stade mit einer Notfallmaßnahme. Das Amt beauftragte Bauern aus dem Ort damit, das kontaminierte Wasser aus Regenrückhaltebecken abzupumpen und ließ es weiträumig auf Grünland verteilen. In den kommenden Tagen soll der mit Nährstoff angereicherte Schlamm ausgebaggert werden.
Der Silage-Saft floss vom Oldendorfer Teich weiter in den Oldendorfer Bach und in den Horster Beek, wo ähnliche Schäden auftraten.
Laut dem Chef der Behörde, Heiko Köhnlein (46), droht dem verdächtigen Landwirt ein Bußgeld bis zu 7.000 Euro. Sollte sich der Verdacht auf grobe Fahrlässigkeit erhärten, werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Heiko Köhnlein und sein Mitarbeiter, der Gewässerschutzbeauftragte Rotzinger (42), haben in letzter Zeit häufiger mit Gewässerverunreinigung durch Silo-Sickersäfte zu tun. Bekannt sind Verschmutzungen des Fredenbecker Mühlenbaches (das WOCHENBLATT berichtete), des Düdenbütteler Baches, des Burgbeck-Kanals in Engelschoff, des Hagenaher Dorfgrabens und des Schwinge-Zuflusses Beverbeck.
Der Landessportfischerverband geht von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus.
Die Ursache für die Serie von Zwischenfällen ist bekannt: In diesem Jahr wurde Mais oftmals zu feucht geerntet und von Lohnunternehmern wegen Zeitdrucks nicht immer sachgerecht gelagert.