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Die Faszination liegt im Detail

Im alten Luftschutzkeller im Ex-Kasernengebiet Ottenbeck erschaffen Modellbahner naturgetreue Miniaturwelten

am. Stade. Ein kleine Welt für sich, 30 Meter lang, in einem Luftschutzkeller in Stade-Ottenbeck. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Modellbahn Niederelbe haben Schienenstrecken mit Bahnhöfen, Betriebsstellen und Fabriken aufgebaut und befahren ihre Miniaturwelt mit Diesellokomotiven, Triebwagen oder Güterzügen. Heinz-Dieter Meyer, erster Vorsitzender des Vereins, ist seit seinem vierten Lebensjahr fasziniert von der im Kleinen nachgebauten Technik und von der Nachbildung der Landschaften. In einem halben Jahr feiert die Interessengemeinschaft ihre 15-jährige Vereinsniederlassung in Ottenbeck. Dafür möchte Meyer schon jetzt weitere Interessierte und Mitglieder werben.
Zwei Stunden dauert in der Regel eine "Session". Zu Beginn arbeiten die Beteiligten einen Ablaufplan aus. Welcher Zug soll wann fahren, welche Lok soll von welchem Gleis die mit Holz oder Kies beladenen Waggons abholen, um sie in den richtigen Bahnhof zu fahren. Daraus ergibt sich für die Lokführer - jede Lok muss von einem Lokführer bedient werden - und für die Betriebsstellenleiter ein komplizierter Ablauf an Tätigkeiten. Letztere sind für die Organisation des Fahrbetriebes zuständig, stellen die Weichen, geben den Lokführern grünes Licht. Über Steuergeräte können die Lokführer ihre mit digitalen Dekodern ausgestatteten Lokomotiven und Triebwagen in Bewegung setzen. "Unser Anspruch ist es die Realität so genau, wie möglich nachzustellen", sagt Meyer. Dafür soll nicht nur der Fahrbetrieb, sondern auch die Modelllandschaft so echt wie möglich aussehen.
Wie man diesem Anspruch gerecht wird, vermittelt der Elektroingeniuer Interessierten in Kursen. Er zeigt, wie man Wiesen und Wälder gestaltet, Lokomotiven repariert und Wagen nachträglich beleuchtet. Er weiß, worauf es ankommt, wenn man mit diesem Hobby anfangen möchte. "Als erstes müssen sich die Leute von der Vorstellung einer Eisenbahn, die auf einer Tischplatte im Kreis fährt, trennen", sagt Meyer. Denn Modellbahner bauen heute Strecken, die aus einzelnen Modulen zusammengesetzt sind. Diese Module fertigen sie aus Sperrholzplatten und gestalten sie nach ihrer Phantasie. "Man kann alles selber machen, wenn man will", sagt Meyer, "besonders schwierig ist es, Bäume und Wasser nachzubilden."
• Jeden Mittwoch, um 18.30 Uhr, treffen sich die Freunde der Modellbahn (Z-Schienen und H0-Schienen) im Karl-Goedeler-Weg 8, in Stade-Otenbeck. Interessierte sind willkommen.