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Die Märchentante aus Stade

Kristin Kehr aus Stade ist freie Erzählerin (Foto: Silke Umland)

Kristin Kehr sorgt mit alten Geschichten für strahlende Kinderaugen

sum. Stade. Ganz ruhig sitzen die Kinder auf dem Boden und lauschen gespannt der Geschichte vom „Kleinen Ich bin Ich“, die ihnen die Frau mit dem grauen Kleid und der dicken Hornbrille erzählt. Vor rund einem Jahr verwandelte sich Kerstin Kehr (41) aus Stade zum ersten Mal von einer normalen Frau in eine Erzählerin und begeistert seitdem ihre Zuhörer mit Märchen aus aller Welt.
Eigentlich ist die Idee, eine „Märchentante“ zu werden, aus einer Not heraus geboren, verrät die sympathische Schauspielerin. In Stade geboren und aufgewachsen, zog es die damalige Abiturientin weg von Zuhause und sie machte in Hamburg eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Der Beruf machte der jungen Frau zwar Spaß: „Aber mit Mitte 20 dachte ich mir, dass kann es doch nicht gewesen sein.“ Kurzerhand begann Kerstin Kehr mit einem Schauspielstudium an der Stage School in Hamburg.
Mit dem Diplom in der Hand startete die blonde Diplom-Schauspielerin 2002 die Reise auf die Bühnen in der ganzen Republik „Ich war in Hamburg zu Hause, zog aber den Jobs hinterher“, berichtet die Frohnatur.. Ob in der Schweiz als Simone in einem „Bett voller Gäste“, als Jenny im „3 Taler Märchen“ in Berlin oder als Miss Dinah im Krimidinner „Mord an Bord“, die Künstlerin mit der hohen Gesangsstimme fühlte sich in allen Theaterrollen wohl.
Mit der Geburt ihres Sohnes Tim schlüpfte Kristin Kehr vor fünf Jahren in die völlig neue Rolle als „Mama“. Doch auch wenn sich die Prioritäten der Schauspielerin änderten, das Leben auf Bühne wollte sie nicht gänzlich aufgeben. „Als ich in Hamburg auf einen Erzähler aufmerksam wurde, war ich sofort total fasziniert,“ erinnert sich die junge Mutter, die vor einem Jahr zurück nach Stade zog. Sie eignete sich die überwiegend die Süddeutschland verbreitete Kunst des freien Erzählens an und kann sich als eine der ersten „Märchentanten“ im Landkreis Stade bezeichnen. „Noch wachse ich in diese Rolle rein,“ erklärt sie „aber sie macht mir wahnsinnig viel Spaß.“
Um ein Märchen gut „rüber zu bringen“, braucht es einige Zeit. Mehr als einmal muss Kristin Kehr die Geschichten lesen, um sie anschließend zu memorieren, indem sie sich im Kopf Bilder dazu malt. Auf diese Weise lernt sie Märchen aus aller Welt, am liebsten aber diejenigen der Gebrüder Grimm. Und auch, wenn die Erzählungen manchmal etwas gruselig erscheinen mögen, hält sie sich am Original und „verweichlicht“ die Geschichte nicht.
Als freie Erzählerin zu arbeiten, ist für Kristin Kehr nicht nur ein Job, sondern eine Herzenssache. Sie will die alten Geschichten und Märchen am Leben erhalten und wünscht sich: „Mit meinen Worten, Bilder in Köpfe meiner Zuhörer zu zaubern.“
www.kristin-kehr.de