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Die Wind-Offensive in Kutenholz

Riesige Windrad-Bauteile in Essel: Bei der Anlieferung gab es Schwierigkeiten wegen Gewichtsbeschränkungen auf Brücken Fotos: tp/archiv

Baustart der Mühlen in Essel und Mulsum / Schwierigkeiten beim Anliefern der Riesen-Bauteile

tp. Kutenholz. Die Gemeinde Kutenholz auf der Stader Geest wird zum "Windenergie-Land": Im Gemeindegebiet entstehen gleich zwei Windparks. Für jedermann sichtbar, hat jetzt - nach langer, teils von kontroverser Diskussionen begleiteter Planung - der Bau von insgesamt zwölf Windenergieanlagen begonnen.

Die SWB, eine Tochtergesellschaft der EWE, errichtet in der Gemarkung Essel vier Mühlen vom Anlagentyp 112 des Herstellers Vestas mit einer Leistung von 3,3 Megawatt, einer Nabenhöhe von 140 Metern und einer Gesamthöhe von 196 Metern. Die Zuwegungen und Fundamente sind bereits fertig gestellt. Probleme bereitete die Zufahrt der Schwertransporte zu dem Windpark. Hier gab es laut Kutenholz' Bürgermeister Gerhard Seba anfänglich "erhebliche Schwierigkeiten durch Baustellen auf der Anfahrtsroute", wie z.B. die der Brücke der B73 in Buxtehude oder Tonnen-Beschränkungen für Schwerlastfahrzeuge auf der Gerichtsherrenbrücke über die Oste in Bremervörde.

Beim Bau der übrigen acht Windriesen in Kutenholz-Mulsum sind drei Firmen tätig. Die SWB errichtet dort derzeit eine Anlage des Typs Enercon E82 mit einer Leistung von 2,3 Megawatt, einer Gesamthöhe von 177 Metern bei einer Nabenhöhe von 136 Metern. Die übrigen sieben Anlagen des Typs E115 werden von dem Firmenkonsortium Enercon/Energie3000 errichtet. Die Fundamentarbeiten haben begonnen. Die Anlagen haben eine Leistung von 3,2 Megawatt, ein Nabenhöhe 149 Meter und werden an der oberen Flügelspitze eine Höhe von 206 Metern haben.

Die Wind-Offensive wurde aufgrund neuer Festsetzungen im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Stade möglich. Während der Windpark Kutenholz-Mulsum völlig unstrittig war, wurde das Nachbar-Projekt in Essel kontrovers diskutiert "und gehört auch heute nicht zu Wunschprojekten in unserer Gemeinde", räumt Bürgermeister Gerhard Seba ein. Die örtliche Politik lehnte die Windpark-Fläche Essel zunächst ab, was im Kreistag jedoch keine Mehrheit fand.

Während beim Windpark Kutenholz-Mulsum Abstände von 1.000 Metern zur Wohnbebauung eingehalten wurden, sahen die Pläne für Essel teilweise eine Unterschreitung dieses von Bürgern und Politik geforderten Abstandes sowohl zum Ort Essel, insbesondere aber zu den Wohnhäusern in Hemelingbostel vor. "Dieser Umstand führte zu den hitzigen Diskussionen", so Seba, auch wegen des Schattenschlages und Angst der Anwohner vor Gesundheitsschäden durch sogenannten Infraschall im nicht hörbaren Bereich. Zudem halten die meisten örtlichen Akteure die Fläche aufgrund des Wertes für Natur und Landschaft als Windenergie-Standort bis heute für ungeeignet.