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Dietrich Alsdorf erzählt eine Stader Geschichte über Kindsmord und Intrigen

Dietrich Alsdorf vor dem ehemaligen Gefängnis in der Beguinenstraße: An den Fenstern sind noch Reste der alten Zellengitter zu sehen (Foto: am)
am. Stade. Die Hinrichtung einer Magd aus Kehdingen, die ihr Kind vergiftet haben soll, hat sich vor 160 Jahren in Stade tatsächlich ereignet. In seinem neuen Roman "Anna Brümmers - Weg zum Scharfrichter" erzählt Dietrich Alsdorf, Buchautor und Grabungstechniker in der Kreisarcheologie Stade, von ihrem Schicksal. Er enthüllt dabei ein dunkles Kapitel der Stadt Stade.
Anna Brümmer wurde im Rathaussaal des alten Stader Rathauses zum Tod durch das Richtschwert verurteilt. Im ehemaligen Gefängnis in der Beguinenstraße, das heute zum Wohnhaus umgebaut ist, wurde sie dem Scharfrichter übergeben. Bis zuletzt hoffte die Bevölkerung auf ihre Begnadigung. Doch die Richter wollten ein Exempel an ihr statuieren. Nach ihrer Hinrichtung auf dem Richtplatz in Stade-Riensförde tranken an Epilepsie erkrankte ihr Blut. Sie glaubten, dadurch geheilt zu werden. "Dass sich so eine Tat an der Grenze zur modernen Zeit ereignet hat, ist unglaublich", sagt Alsdorf.
In der Stadtchronik ist nichts über das Ereignis zu lesen. "Die Geschichte sollte vergessen werden", sagt er. Lediglich zwei Berichte eines Pastors über die Verhandlung und die Hinrichtung sind erhalten geblieben. Was Alsdorf bei seiner Recherche aufhorchen ließ, sei die naiv und plump konstruierte Tatbeschreibung der Richter, die das Urteil über die junge Frau sprachen.
• Der Roman "Anna Brümmers - Weg zum Scharfrichter", von Dietrich Alsdorf ist im Verlag Atelier im Bauerhaus unter ISBN 978-3-88132-330-7 erhältlich.