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Dinosaurier aus Vinyl in Stade

Dr. Sebastian Möllers mit der inzwischen seltenen LP "Stars singen für Stade"
 
Benefiz-Album auf Vinyl: Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers zeigt die LP "Stars singen für Stade"

Benefiz-LP mit Schlagerstars weckt Erinnerung an die Schwedenspeicher-Rettung


tp. Stade. Vom knallroten Plattencover lächeln Heino, Gitte, Cindy und Bert, Katja Ebstein, Costa Cordalis sowie weitere berühmte Schlagersänger, und in der Mitte prangt ein Foto der Fassade des Schwedenspeichers: Die LP "Stars singen für Stade" steht wohl nur noch bei wenigen Musikfreunden in der Region im Plattenschrank und hat vermutlich reichlich Staub angesetzt. Im Rahmen des Jubiläumsausstellung "40 Jahre Museum Schwedenspeicher" erweckten Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers und sein Team den "Dinosaurier aus der Hifi-Welt" jetzt noch einmal zum Leben.

In einer Vitrine präsentiert das Museum zwei Exemplare des mehr als vier Jahrzehnte alten Tonträgers aus seinem Fundus. Bis auf den Text auf dem Rück-Cover sind die Informationen über die Benefiz-Schallplatte inzwischen knapp, denn viele der Initiatoren des Audio-Projektes von der damals noch jungen Arbeitsgemeinschaft „Aktuelles Stade“ sind verstorben.

Das 1971 gegründete „Aktuelle Stade“ spielte von Anfang an eine wichtige Rolle in der Bürgerinitiative zur Rettung des Schwedenspeichers. Das historische Lager-Gebäude und heutige Museum am alten Hafen sollte seinerzeit zugunsten eines Großraumparkplatzes abgerissen werden (das WOCHENBLATT berichtete). Die Bürgerinitiative setzte sich dagegen erfolgreich zur Wehr. Im Jahr 1974 gab das „Aktuelle Stade“ die besondere Schallplatte heraus, auf der zahlreiche Interpreten für den Erhalt des Speichers sangen. Mit auf der Scheibe sind Aufnahmen des Männergesangvereins Concordia, des Jugend-Spielmannszuges des Stader Schützenvereins und des Chors der Hauptschule Thuner Straße, außerdem ein Stadtporträt mit dem Titel "Treffpunkt Stade" des Rundfunksenders Deutscher Funk im Ausland.

Als der Autor und NDR-Radioredakteur, der den Beitrag in Stade aufzeichnete, von der Speicher-Rettung erfuhr, bat er die Plattenfirmen der in der Sendung vertretenen Sänger um Unterstützung. Die Verantwortlichen waren von der karitativen Idee begeistert und erteilten die Freigabe. Auf der Scheibe erklingen neben Reportagen und Interviews Lieder wie "Ich hab die große Liebe verspielt", "Weiße Möwen" und "Kein schöner Land".
Die Sendung wurde in den USA für ein Millionenpublikum ausgestrahlt. Hörer in der Stader Region kamen später in den Genuss des auf Vinyl gepressten Beitrages.

Zwei D-Mark des Verkaufspreises von zwölf D-Mark flossen in die Schwedenspeicher-Sanierung. Allerdings ging den Machern das Weihnachtsgeschäft durch die Lappen: Die Platte wurde verspätet fertig. Es wurden extra Plakate gedruckt, um den neuen Erscheinungstermin publik zu machen. Ein Original-Plakat ist noch im Besitz des Stader Stadtarchivs.

Museumsdirektor Dr. Möllers berichtet von einer positiven, aber eher verhaltenen Resonanz auf die Ausstellung der kuriosen Schallplatte: Die Erinnerungen älterer Bürger an die Zeit der Erscheinung seien reichlich verschwommen.

Chor der Kreisjugendmusikschule mit eigener Scheibe
Der Schwedenspeicher zierte ein weiteres Plattencover: Zum zehnjährigen bestehen brachte der Chor der Kreisjugendmusikschule 1974 ein Benefiz-Album heraus und posierte für das Titelfoto vor dem Stader Wahrzeichen, dessen Erhalt die Sänger ebenfalls mit dem Verkaufserlös unterstützten.

• Liebe Leser, besitzen Sie noch ein Album "Stars in Stade" und können dazu eine Anekdote erzählen. Schreibens Sie uns gerne eine knappe E-Mail an red-bux@kreiszeitung.de.