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Dr. Nicole Martín y Troyano ist die Willkommenslotsin der Industrie- und Handelskammer

Die neue Wilkommenslotsin: Dr. Nicole Martín y Troyano (Foto: am)
(am). Sie kann sich in die Situation der Flüchtlinge, die hier ankommen, um ein neues Leben aufzubauen, auf eine besondere Art hineinversetzen. „Integration ist mir in die Wiege gelegt“, sagt Dr. Nicole Martín y Troyano (44). Als Halbspanierin hat sie selbst Migrationshintergrund und das, so sagt sie, habe sie geprägt. Denn früher seien auch die Spanier hier in Deutschland nicht so akzeptiert worden wie heute. Jetzt ist sie die neue Willkommenslotsin der Industrie- und Handelskammer Stade und ist für die berufliche Integration der jungen Flüchtlinge zuständig. Sie soll lenken, koordinieren und den Überblick behalten, damit möglichst viele Ausbildungsbetriebe und junge Flüchtlinge zueinander finden.
Dafür hat sie reichlich berufliche Qualifikation mitgebracht. Sie hat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Lüneburg studiert und anschließend in Arbeits- und Organisationspsychologie promoviert. So kann sie sowohl wirtschaftliche als auch menschliche Aspekte in ihrer Arbeit als Willkommenslotsin berücksichtigen. „Ich habe eine Vorstellung von Unternehmenskultur und versuche diese für die Flüchtlinge zu öffnen, andererseits verstehe ich auch die Unternehmerseite und weiß, dass es auch um Output geht.“
In Hamburg hat sie später unter anderem als Journalistin für den NDR gearbeitet und war auch in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Zudem war sie in zahlreichen Projekten für Flüchtlinge tätig, hat Workshops geleitet und in Notunterkünften Kontakt mit den Menschen gehabt.
Die gebürtige Cuxhavenerin lebt heute wieder in ihrer Heimat. Auf lange Sicht könnte sie sich aber durchaus vorstellen nach Stade zu ziehen. „In meiner Brust schlägt ein Kleinstadtherz“, sagt sie. Hamburg sei ihr zu groß gewesen, Stade hingegen sei gemütlich und habe eine wunderschöne Innenstadt. „Ich bin außerdem sehr naturverbunden“, sagt Martín y Troyano. „Nach der Arbeit gehe ich gern mit meinem Hund am Wasser spazieren.“
Anfang April hat sie ihr Büro bezogen und bereits einen Aktionsplan erarbeitet. Die Unterstützung, die die Flüchtlinge heute von allen Seiten erhalten, findet sie erfreulich. „Das gab es früher nicht. Mein Vater musste sich alles selbst erarbeiten und dennoch hat er es geschafft“, sagt sie. Das sei sehr motivierend und zeige, dass Integration möglich ist.