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Drastischer Einbruch bei der Fahrgastzahlen

Landrat Michael Roesberg (Mitte, mit Rad) und Tourismus-Chefin Bianka Zydek (hi. li.) sehen in der Fußball-WM den Hauptgrund für den Rückgang der Fahrgastzahlen des Elbe-Radwanderbusses
 
Saisonstart für den Elbe-Radwanderbus: Landrat Michael Roesberg (Mi.) kam mit dem Dienstfahrrad

Mehr Marketing für den Elbe-Radwanderbus nötig / Saisonstart am Karfreitag, 3. April

tp. Stade. Die Verantwortlichen müssen sich etwas einfallen lassen: Massive Einbrüche bei den Fahrgastzahlen verzeichnet der Elbe-Radwanderbus im Landkreis Stade. Bei einem Pressetermin zum Start der Bus-Saison kündigten die Tourismus-Experten neue Werbemaßnahmen an, "um", so Landrat Michael Roesberg, "die Schallgrenze von 100 Fahrgästen pro Tag wieder zu durchbrechen." Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche tägliche Passagierzahl bei nur etwa 75 Personen.
Am Karfreitag, 3. April, beginnt die siebte Saison des Elbe-Radwanderbusses, einem Gemeinschaftsprojekt des Landkreises und der Kommunen entlang der Fahrtroute zwischen Balje in Nordkehdingen, Stade, dem Alten Land und dem Geest-Flecken Harsefeld. Bis Anfang Oktober verkehrt der Freizeitbus mit Fahrrad-Anhänger an den Wochenenden und an Feiertagen parallel zu Deutschlands beliebtestem Fernradroute "Elbe-Radweg".

Ob mit oder ohne Fahrrad, ein Tagesticket kostet vier Euro. Die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf von durchschnittlich rund 10.000 Euro decken bei Weitem nicht die Kosten für die drei Busse, für die die Kooperationspartner pro Saison 80.000 Euro an das Verkehrsunternehmen KVG entrichten. Für die Differenz von 70.000 Euro kommt zur Hälfte der Kreis auf, den Rest des Minus' teilen sich die Kommunen.
Trotz des stark subventionierten Mini-Preises nutzten im vergangenen Jahr so wenig Ausflügler wie nie den Bus. Nach WOCHENBLATT-Beobachtungen fuhr der Bus diverse Male komplett leer durch Harsefeld.

Die Chefin des federführenden Tourismusverbandes "Altes Land am Elbstrom", Bianka Zydek, und Landrat Michael Roesberg sehen die Ursachen für den Nagativ-Rekord vor allem in äußeren Umständen wie dem außergewöhnlich heißen Sommer und der Fußball-Weltmeisterschaft, die viele potenzielle Ausflügler von Touren abgehalten habe. Nicht nur der Elbe-Radwanderbus im Kreis Stade habe unter der WM gelitten, auch beim Radler-Bus "Heide-Shuttle" in der Lüneburger Heide seien die Fahrgastzahlen merklich zurückgegangen.

Bianka Zydek räumt ein, dass es schwierig sei die Nachfrage nach diesem bereits bekannten Angebot, das zum Großteil von Landkreis-Bewohnern genutzt werde, über Jahre auf gleichem Niveau zu halten. Dennoch wollen die kommunalen Touristiker, die bei der Reklame viel Unterstützung von Sponsoren wie der Sparkasse Stade-Altes Land und der Kreissparkasse bekommen, die Ärmel hochkrempeln und mit einer neuen Internet-Werbestrategie und Flyern die Nachfrage ankurbeln. Bianka Zydek plant eine Kooperation mit dem historischen Ausflugs-Zug "Moor-Express". Frank Tinnemeyer, Teamleiter der "Stade Tourismus GmbH", will bei den Gästen des gut besuchten Wohnmobilstellplatzes, von denen die meisten Drahtesel dabei haben, gezielt die Werbetrommel rühren.

Überlegungen, die Bus-Route zur Attraktivitätssteigerung bis nach Buxtehude auszuweiten, wurden laut Landrat Roesberg aus Kostengründen wieder verworfen: Für das Vorhaben wären ein neuer Fahrplan sowie ein weiterer Bus fällig.