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Endspurt für den Umzug

Archiv-Chefin Dr. Gudrun Fiedler mit einigen Landkarten im XXL-Sonderformat. "Die Größe verkompliziert den Umzug", sagt sie.

Staatsarchiv Stade will im Mai am neuen Standort eröffnen

sb. Stade. Rund sieben Kilometer Akten, Landkarten und anderes Archivmaterial warten derzeit im Staatsarchiv Stade auf ihren Umzug. Bis Ende April sollen alle Unterlagen in den Neubau am Grabenweg transportiert und einsortiert werden. Eine logistische Meisterleistung, die ihren Anfang bereits im Jahr 2006 genommen hat.
Wegen des Umzug ist das Staatsarchiv Stade seit dem 24. Dezember 2013 für den Publikumsverkehr geschlossen. Jeder der zwölf Mitarbeiter vom Hausmeister bis zur Achiv-Chefin Dr. Gudrun Fiedler packt mit an, damit der enge Zeitplan eingehalten werden kann. "Wir liegen gut im Rennen, haben aber auch noch viel vor uns", sagt Dr. Fiedler.
Sie betont, dass das Team den Umzug ohne tatkräftige Unterstützung von außen nicht bewältigen könnte. "Die Vorarbeiten waren äußerst umfangreich", sagt Dr. Fiedler. "Rund vier bis fünf der insgesamt sieben Dokument-Kilometer mussten vor dem Ortswechsel sortiert und neu verpackt werden."
Dafür holte das Staatsarchiv Stade bereits im Jahr 2008 Mitarbeiter der Schwinge Werkstätten ins Boot. Bis zu sieben psychisch behinderte Menschen wurden mit dem Sortieren und Verpacken der historischen Dokumente beschäftigt. "Ein Großteil der Arbeiten erledigte das Team in seinem gewohnten Umfeld in unseren eigenen Räumen, das Material haben wir dafür in unsere Manufaktur geholt", sagen Werkstattleitung Michael Leska und Werkstatts-Fachbereichsleiter Fred Gerull. Jedes Dokument wurde gesäubert, von sämtlichen Metallelementen wie Tackernadeln oder Büroklammern befreit, geglättet und in spezielle, säuregepufferte Kartons verpackt. Da zahlreiche historische Dokumente nicht der DIN-A4-Norm entsprechen, mussten die Kartons zum Teil extra im Sonderformat hergestellt werden.
Seit September 2013 sind die Mitarbeiter der Schwinge Werkstätten auch im Staatsarchiv tätig. "Die Inklusion hat gut funktioniert", sagt Dr. Gudrun Fiedler. Sie hatte insbesondere Bedenken, dass sich die Werkstatt-Mitarbeiter in den ungemütlichen, kalten Lagerräumen, dem so genannten Magazin, unwohl fühlen würden. "Unser freundliches Team hat jedoch viel aufgefangen und kompensiert", lobt sie ihre Angestellten. "Einige unserer Gäste blühen hier sogar regelrecht auf."
Um den Transport der Dokumente ab voraussichtlich Mitte Februar wird sich eine Spedition kümmern. Bis dahin müssen alle restlichen Dokumente verpackt, Umzugslisten vorbereitet und der Neubau vom staatlichen Baumanagement abgenommen worden sein. "Zwischendurch bekommen wir auch noch eine neue EDV", sagt Dr. Gudrun Fiedler. Es gibt also noch viel zu tun, bis Anfang Mai die ersten Nutzer des Staatsarchivs im neuen Gebäude begrüßt werden können.