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Er steht auf echtes "Männer-Spielzeug" - Nur der Maßstab 1:1 zählt für ihn: Florian Schmidt sammelt historische Nutzfahrzeuge

Florian Schmidt vor seinem Laster aus russischer Produktion
 
Besonders stolz ist er auf seinen alten Mercedes aus den 1930er Jahren. Der Wagen lagerte jahrzehntelang zerlegt in Einzelteilen in einer Scheune im Alten Land. Jetzt hat der Sammler den „Modellbausatz“ zusammengefügt
jd. Stade. Florian Schmidt spielt gern mit Kränen, Radladern und Sandlastern. Sein Spielzeug ist aber nicht aus Plastik, denn der junge Mann ist mit seinen 23 Jahren längst dem Sandkastenalter entwachsen. Er sammelt historische Nutzfahrzeuge und mit denen „spielt“ er am liebsten in einer alten Sandgrube bei Bramstedt in Schleswig-Holstein. Dort trifft sich jedes Jahr die „Nutzfahrzeug-Veteranen- Gemeinschaft“ zum fröhlichen Baggern, Beladen und Abkippen. Ein Wochenende lang toben sich die Freizeit-Buddler auf dem Spielplatz für „echte Kerle“ aus. Über Männer, die Modellautos sammeln, kann Schmidt nur milde lächeln. Bei ihm zählt nur der Maßstab 1:1!

Zu seinen Lieblingsstücken zählt ein Laster der russischen Marke „ZIL“. Der robuste Dreiachser stammt noch aus Sowjetzeiten. Den Militär-Lkw, der unter anderem von der Roten Armee und der Nationalen Volksarmee der DDR eingesetzt wurde, gibt es auch als Modell-Bausatz im Maßstab 1:35 für rund 25 Euro. Doch mit diesem „Kleinkram“ gibt sich der gelernte Industrie-Schlosser nicht ab. Für seinen „Russen-Laster“ hat Schmidt ein wenig mehr hingeblättert. Dafür steht er aber nicht im Regal, sondern beschert seinem Besitzer Abenteuer pur.

„Der ZIL packt auch den schlammigsten Untergund“, berichtet Schmidt voller Begeisterung. Und auch ein „Vollbad“ könne dem Laster nicht anhaben: „Der fährt auch noch durch einen Fluss, wenn das Wasser bereits bis zum Lenkrad steht.“ Weite Touren unternimmt der junge Stader damit allerdings nicht: „Der Wagen hat einen Verbrauch von 60 Litern auf 100 Kilometer. Das geht schnell ins Portmonee.“

Etwas weniger „schlucken“ zwei andere Militärlaster: Ein Lkw der Schweizer Marke Saurer, Baujahr 1935 und damit eines der ältesten Stücke der Sammlung, sowie ein Magirus „Jupiter“ aus den 1960er Jahren. Der Kraftprotz aus den Beständen des Bundesgrenzschutzes ist mit einer Seilwinde und einem Kran zum Bergen von Fahrzeugen ausgestattet. „Im Sommer war ich mit dem Magirus auf einer Oldtimer- Show auf dem Kiekeberg“, berichtet Schmidt.

Er freut sich schon auf den nächsten „Sandkasten- Trip“. Am liebsten wurde er seinen Radlader mitnehmen. Das Baufahrzeug des USamerikanischen Herstellers „Terex“ kleckert nicht, sondern klotzt: Die Schaufel fasst rund dreieinhalb Kubikmeter Sand „Soweit ich weiß, bin ich deutschlandweit der einzige mit diesem Modell“, meint Schmidt. Allerdings müsste er extra einen Radlader für den Transport des Terex anmieten - und so viel Geld hat er dann doch nicht für sein Hobby übrig.


Schatz schlummerte in einer Scheune


Dieses Auto tanzt zwar ein wenig aus der Reihe, weil es kein Nutzfahrzeug ist - doch es ist Schmidts ganzer Stolz: ein Mercedes 170, gebaut Mitte der 1930er Jahre. Der Pkw war jahrzehntelang in einer Scheune hinter Stroh eingelagert. Nun hat Schmidt das Auto aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Anders als der Märchenfigur ist dem Mercedes die lange Ruhezeit nicht sonderlich gut bekommen. Der Zahn der Zeit hat erheblich genagt. Doch für Schmidt ist es ein Ansporn: „Ich bringe den Wagen nach und nach auf Vordermann.“