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Ex-Staatsarchiv für Flüchtlinge?

Manuel Haase ist der Verwalter für das ehemalige Staatsarchiv. Er ist 1,77 Meter groß und reicht fast bis zur Decke.
Das WOCHENBLATT fragt bei der Landesbehörde nach

at. Stade. Das ehemalige Staatsarchiv am Platz "Am Sande" in Stade steht seit rund einem Jahr leer (das WOCHENBLATT berichtete). Im Gebäude fehlte Platz für Magazine und Personal. Das Land Niedersachsen, das Eigentümer des Baus ist, baute deswegen für rund 22,3 Millionen Euro ein neues Archiv am Grabenweg in Stade. Für den Vorgänger, ein neunstöckiges Backsteinhaus mit einem rund 7.600 Quadratmetern großen Grundstück, gibt es immer noch keine Verwendung.
WOCHENBLATT-Leserin Helga Schätzel trat nun mit einer ungewöhnlichen Idee an die Redaktion heran: Warum macht man aus dem leerstehenden Gebäude nicht einfach eine Unterkunft für Flüchtlinge oder Obdachlose? Das WOCHENBLATT hat nachgefragt.
"Das ehemalige Staatsarchiv ist als Nutzgebäude geplant und errichtet worden", teilte die niedersächsische Landesbehörde für Liegenschaften mit. Wohnungen in dem Gebäude zu errichten sei damit fast ausgeschlossen. Hintergrund ist zum einen die Deckenhöhe, die beträgt in den oberen sieben Etagen nur 2,05 Meter. Zum Schutz der Dokumente, die dort früher lagerten, sind die Fenster zudem sehr klein. In den ersten zwei Etagen waren früher Büro- und Besucherräume untergebracht. Der entscheidende Punkt, der gegen die Nutzung des Ex-Staatsarchivs als Wohngebäude spricht: Es gibt keine sanitären Anlagen. Lediglich zwei Toiletten jeweils für Damen und für Herren befinden sich im Keller des Gebäudes.
"Aufgrund der baulichen Struktur wären umfangreiche Umbauarbeiten erforderlich", teilte ein Sprecher der Landesbehörde mit. Die Kosten würden in die Millionen gehen.
Derzeit prüft das Land Niedersachsen, ob und wie das ehemalige Staatsarchiv genutzt werden kann.