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Fahrradfreundliches Stade: Kritik an der Verwaltung

Ulrich Wiegel ist Initiator der Arbeitsgruppe "Fahrradfreundliches Stade" (Foto: bc)
bc. Stade. Wie kann das Miteinander von Auto- und Lkw-Fahrern, Radlern und Fußgängern in Stade verbessert werden? Eine komplizierte Frage, wie sich jüngst im Verkehrsausschuss des Stadtrates offenkundig zeigte. Nicht alle Vorschläge der aktiven Radfahrer-Szene stoßen auf offene Ohren in der Stadtverwaltung.
Einer, der sich mit viel Engagement für Fahrradfahrer einsetzt, ist SPD-Vorstandsmitglied Ulrich Wiegel. Der Initiator der Arbeitsgruppe „Fahrradfreundliches Stade“ kritisiert die „nur schwer nachvollziehbare Ignoranz der Stadtverwaltung gegenüber geltenden Regelungen in der Straßenverkehrsordnung (StVO) zur gleichberechtigten Einbeziehung des Radverkehrs in das Verkehrsgeschehen“.
Bereits im Jahr 1999 wurde der „Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt“ angekündigt. Von dem damals vorgelegten Radverkehrskonzept sei bis heute so gut wie nichts umgesetzt, moniert Wiegel: „Zum Beispiel wurde die für Radfahrer schwierige Situation an der Thuner Straße bemängelt.“ Die linksseitige Radwege-Benutzungspflicht (LRWB) fördere die Unfallgefahr, hieß es.
Die in Stade angeordnete LRWB - nicht nur an der Thuner Straße sondern auch in Teilen an der Harsefelder Straße, am Kuhweidenweg, am Bahnhof und an der Neubourgstraße - stelle laut StVO allerdings eine absolute Ausnahme dar und bedürfe einer hinreichend großen Verkehrsfläche, so Wiegel.
Das Entfernen des Schildes an der Bahnunterführung beim Güterbahnhof (das WOCHENBLATT berichtete) sei nichts anderes als die Entfernung eines kuriosen Schildbürgerstreichs gewesen. „Zuvor mussten sich Radfahrende mit Entgegenkommenden gerade mal 70 Zentimeter teilen“, sagt Wiegel.
Ein weiterer Aufreger für ihn: die optisch abgetrennten Fahrradschutzstreifen, die in Stade nach Angaben der Stadt angeblich kaum realisierbar sind. Laut Wiegel sind sie in vielen anderen Städten bereits Normalität und hätten sich bewährt - auch bei hohem Verkehrsaufkommen. Wiegel: „Siehe etwa B75 in Rotenburg oder am Gänsemarkt in Hamburg.“
Es müsse den Verkehrsplanern doch bekannt sein, dass die Unfallgefahren deutlich reduziert werden, wenn die Radfahrer sich in die innerstädtischen Verkehrsflüsse integrieren und damit für den motorisierten Verkehr jederzeit sichtbar seien. Wiegel: „Mittlerweile ist das eine fast schon triviale verkehrspolitische Binsenweisheit.“
Für Wiegel sind „Hopfen und Malz“ dennoch nicht verloren. Denn: „Bürgermeisterin Silvia Nieber hat dafür gesorgt, dass es im März zu einem Dialog zwischen Vertretern der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad kommen wird.“
Mal sehen, was dabei herauskommt. Das WOCHENBLATT bleibt am Ball.