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Familie Czudar hat neue Wurzeln geschlagen

Zoltan Czudar (39), seine Frau Erzsebet (40) und ihre Söhne Kristof (li., 10) und Henrik (7) freuen sich über ihre Einbürgerung.
Die Freundlichkeit der Deutschen überzeugte die vier Ungarn, eine neue Staatsbürgerschaft anzunehmen

at. Stade. "Der Besuch in Deutschland war zu Anfang ein echtes Abenteuer", sagt Zoltan Czudar (39). Er, seine Frau Erzsebet (40) und Sohn Kristof (10) sind in Ungarn geboren. Nesthäken Henrik (7) ist bereits in Buxtehude zur Welt gekommen. Im Rahmen einer Feierstunde nahm die Familie am Mittwoch ihre Einbürgerungsurkunde entgegen. Sie sind jetzt deutsche Staatsbürger.
Zoltan Czudar besuchte Deutschland 2002 das erste Mal und war sofort begeistert. Er wollte etwas von der Welt sehen. 2004 zog die Familie komplett nach Buxtehude und lebt hier noch heute. Genau wie Zoltan Czudar hat auch Erzsebet in Ungarn Maschinenbau studiert. Der Familienvater arbeitet bei Airbus in Stade. Seine Ehefrau kümmert sich um die beiden Söhne und arbeitet in einem Minijob. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich für die Schule und bald auch für die katholische Kirchengemeinde.
"Nachdem Kristof in die Schule kam, mussten wir uns entscheiden, bleiben wir oder nicht", sagt Erzsebet. Die Entschluss fiel nicht schwer: Die Czudars wollen hier neue Wurzeln schlagen. Die überraschende Freundlichkeit der Deutschen überzeugte das Ehepaar. "Wir sind sehr gut aufgenommen worden", sagt Erzsebet. Die Familie hat einen großen Bekanntenkreis. Einige Freunde begleiteten die Czudars auch ins Kreishaus zur Einbürgerungsfeier.
Ein Jahr haben sie für den Deutsch- und den Einbürgerungstest geübt. "Wer die deutsche Sprache lernen will, geht auf eine lange Reise", sagt Erzsebet mit einem Lachen. Trotzdem habe das Ehepaar das Pauken nicht als schwierig empfunden. "Es ist der nötige Schritt für die Integration", sagt der Familienvater. Und damit absolut notwendig in jedem Land. Ungarn bleibe ihre Heimat, sagen beide Eheleute. Trotzdem: "Deutschland ist unsere Zukunft", sagt Zoltan Czudar. Und die begann mit einem Abenteuer.
Mit Familie Czudar sind in den Monaten August und September 22 Menschen im Landkreis Stade eingebürgert worden. Sie haben ihre Heimat unter anderem in Polen, Ungarn, Afghanistan, der Türkei, Libanon, Mazedonien, Sierra Leone und China. Insgesamt erhielten in diesem Jahr im Landkreis Stade 137 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Jahr 2014 waren es 175 Menschen aus 43 Ländern. Der überwiegende Teil kam davon aus der Türkei, Polen und Serbien. Vereinzelt kommen die Menschen auch aus Großbritannien, Mauritius oder den Philippinen.