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Familie Knol kämpft gegen harte Schicksalsschläge

Tim und Stefanie Knol kämpfen trotz harter Schicksalsschläge weiter.
at. Stade. Familie Knol steht immer noch unter Schock. In der vergangenen Woche brach ein Unbekannter in ihr Haus in Stade ein, durchwühlte ihre Sachen und nahm Schmuck und elektronische Geräte im Wert von 1.500 Euro mit. "Warum immer wir?", sagt Stefanie Knol (31).
Sie, ihr Mann Tim (34) und ihre Söhne Bastiaan (4) und Simon (2) trifft ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Im vergangenen Jahr starb die neun Monate alte Tochter und Schwester Hedi. Sie lag am Morgen tot in ihrem Bett. Die Ärzte diagnostizierten plötzlichen Kindstod. Das Mädchen und auch ihr Zwillingsbruder Simon litten seit einer Impfung an Krampfanfällen. Die Mutter vermutet, dass vielleicht einer dieser Anfälle zum Tod der kleinen Hedi geführt haben könnte. Die Familie versuchte in einer vierwöchigen Kur das tragische Ereignis zu verarbeiten. Viel Zeit blieb ihnen jedoch nicht.
Im März, einige Monate nachdem die Knols wieder Zuhause waren, fiel Familienvater Tim Knol ins Koma. Er leidet an der Krankheit Thrombozytopenie. Zu wenig Blutplättchen verhindern die Blutgerinnung in seinem Körper. Weil der 34-Jährige plötzlich aus allen Körperöffnungen blutete, ging er ins Krankenhaus. Dort stellte man eine Hirnblutung fest, in deren Verlauf Tim Knol für vier Wochen das Bewusstsein verlor. Stefanie Knol erinnert sich: "Die Ärzte riefen in der Nacht an. Sie sagten, dass Tim vielleicht sterben könnte." Ihr Schwiegervater, der in Thailand lebt, kam nach Stade und unterstützte sie bei der Kinderbetreuung. Schnelle Hilfe vom Landkreis für eine Kinderbetreuung gab es nicht.
Tim Knol kämpfte, er war nachdem er aus dem Koma erwachte linksseitig gelähmt, und kehrte nach 17 Wochen aus dem Krankenhaus wieder nach Hause zurück. Seitdem macht er große Fortschritte. "Er saß zu Beginn noch im Rollstuhl und brauchte viel Unterstützung", sagt Stefanie Knol. "Jetzt macht er viele Dinge selbst und geht an Krücken." Der Tod seiner Tochter geht Tim Knol immer noch sehr nahe. Auch seine Söhne leiden noch unter dem Tod von Hedi. Simon spricht mit seinen zwei Jahren kaum ein Wort. Bastiaan hingegen sieht sich als Beschützer seines jüngeren Bruders.
Trotz Fortschritte durch Physiotherapie und Training auf dem Fahrrad, wird Tim Knol nicht mehr in seinem Beruf als kaufmännischer Angestellter arbeiten können. Zu viel Stress lösen bei ihm Blutungen aus. Die Familie lebt zurzeit von Kinder- und Krankengeld. Die Kosten für Fahrten zu Ärzten, ins Krankenhaus und zu Therapien bringt die Familie selbst auf. Die Ausgaben für die Beerdigung ihrer Tochter Hedi mussten die Eltern lange abstottern. Eigentlich wollte Stefanie Knol im August wieder anfangen als Arzthelferin zu arbeiten, sagte den Job aber ab. Sie muss sich um ihren Mann kümmern. Hilfe und Anteilnahme bekommt Familie Knol von Freunden und der Familie.
Trotz der harten Zeit hegen Stefanie und Tim Knol einen weiteren Kinderwunsch. "Es wäre ein Wunder, nach so einer schweren Zeit", sagt die Familienmutter. Ob die Einbrecher, die sie in der vergangenen Woche heimgesucht haben, wohl wissen welchen riesigen Schaden sie wirklich angerichtet haben?