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Festung Grauerort: Den Förderverein plagen Zukunftssorgen

Fördervereinsvorsitzender Hans-Hermann Ott fürchtet, dass die Gelder des Vereins irgendwann nicht mehr ausreichen, um die Festung zu erhalten (Foto: tp)
lt. Stade. Etwas versteckt im Bützflether Hinterland liegt ein in der Region einzigartiges Baudenkmal, das nicht nur für historisch interessierte Besucher reizvoll ist. Die Festung Grauerort hält inzwischen auch immer öfter als einmalige Kulisse für Hochzeiten, Geburtstage oder Betriebsfeiern her. Möglich ist das, weil sich seit Ende 1997 ein Förderverein um den Erhalt und die stückweise Sanierung der zwischen 1869 und 1879 errichteten Anlage kümmert.
Doch den Vereinsvorsitzenden Hans-Hermann Ott plagen Zukunftssorgen. Weil die laufenden Kosten höher sind als die Einnahmen, hofft Ott auf finanzielle Unterstützung des Landkreises. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion der Grünen im Kreistag jüngst an den Finanzausschuss gestellt (das WOCHENBLATT berichtete).
"Noch geht es uns wirtschaftlich gut", sagt Ott. Aber der angesparte Puffer sei in den vergangenen zwei Jahren deutlich geschmolzen. Ausgaben in Höhe von 96.000 Euro standen zuletzt Einnahmen in Höhe von nur 90.000 Euro gegenüber.
Ott und seine Mitstreiter sind deshalb auch auf der Suche nach privaten Geldgebern und tüfteln fleißig neue Konzepte aus, die künftig mehr Geld in die Vereinskasse spülen sollen. Dazu zählt u.a. die Oldtimer-Schau, die in diesem Jahr erstmals in der Festung stattfand und auch im kommenden Jahr wieder Besucher anlocken soll.
Man habe sich zudem darum bemüht, Außenstelle des Freilichtmuseums am Kiekeberg zu werden, um über die Landkreisgrenzen hinaus noch bekannter zu werden, sagt Ott. Leider sei der Versuch gescheitert.
Dass es kritische Stimmen gibt, die dem Verein vorwerfen, sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern zu wollen, treibt Ott die Zornesröte ins Gesicht. Die 144 Mitglieder engagierten sich alle ehrenamtlich und nicht zum Spaß dafür, die Festung für die Öffentlichkeit zu erhalten. "Die Festung ist ein wichtiges Baudenkmal, das nicht verfallen darf. Dafür setzen wir uns ein", sagt Ott.
Er hofft, dass sich bald neue Geldquellen auftun, damit die Festung weiter saniert werden kann. Dann könne auch endlich das marode Gebäude abgerissen werden, dass vor den Festungsmauern steht.
Hintergrund: Der Förderverein hatte die Festung zunächst gepachtet und 2009 für 350.000 Euro gekauft. Wenn alles nach Plan läuft, sind die Darlehen im Jahr 2028 abbezahlt und das Gebäude gehört ganz dem Verein.