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Fördergeld für denkmalgeschützte Scheune in Stade ist verbraucht

Freude über die gelungene Restaurierung: Dieter Kunze in der Scheune

Benefizkonzert mit Star-Pianist Vladimir Mogilevsky / Mit Kehdinger Kate zum Ensemble

tp. Stade. „Das Geld ist aufgebraucht“: Der Stader Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dieter Kunze (77), redet Klartext. Nach der aufwändigen Sanierung des Reetdaches und fachgerechter Reparatur von Teilen der Fachwerkwände der Scheune an der Harburger Straße in Stade sucht der Ehrenamtlichen weitere Geldgeber für das Mehrjahresprojekt. Die Denkmalstiftung als Eigentümerin hat ein Benefizkonzert organisiert, das die Kassen für die weitere Instandsetzung des Baudenkmals aus der Mitte des 17. Jahrhunderts füllen soll.
Bislang flossen rund 50.000 Euro, u.a. von der Bingo-Umweltstiftung, der Stadt Stade, dem Landesamt für Denkmalschutz und von dem Chemie-Riesen Dow in das anspruchsvolle Bauvorhaben.

Die sogenannte Durchfahrtsscheune, in die ein voll beladener Heuwagen passte, stand neben einem kleinen Bauernhaus, einem Häuslingshaus, aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde, wie mehrfach berichtet, im Jahr 2015 durch Brandstiftung vollständig zerstört. Die Brandursache, über die angeregt spekuliert wurde, ist noch immer unklar. Zwischenzeitlich hat die Stiftung mit der Suche nach einem Ersatzgebäude begonnen. Derzeit sei eine leerstehende Bauernkate an der Stader Straße im Kehdinger Dorf Wischhafen in der Auswahl, so Dieter Kunze. Das Haus müsste nach Stade umgesetzt (transloziert) werden, damit an der Harburger Straße wieder ein historisches ländliches Gebäude-Ensemble entsteht.

Doch bis auf Weiteres hat die Scheunen-Restaurierung Vorrang: Das Dach wurde kürzlich fertig. Vor dem Eindecken mit frischem Reet wurden morsche und wurmstichige Dachbauteile durch Balken und Sparren aus natürlich gewachsenem Holz ersetzt. Die historisch korrekten Bauelemente mussten nach strengen Auflagen des Denkmalpflegers der Stadt Stade, Oswald Lämmel, "zimmermannsgerecht" ohne Metall wie Nägel und Schrauben zusammengefügt werden, berichtet Kunze. Das Fachwerk wurde mit gewickelten Bändern aus Roggenstroh und Lehm gefüllt.
An den Wänden, durch die noch immer der Wind pfeift, sind weitere Arbeiten notwendig. Unter anderem müssen Fächer mit Backsteinen gefüllt werden. Die Ehrenamtlichen suchen dafür noch altes Holz und Ziegel aus Abbruchhäusern in der Region.

Um Kosten zu sparen, will die Stader Stiftung die Jugendbauhütte an den bevorstehenden Arbeiten beteiligen. Im Gegenzug soll die Scheune der Jugendbauhütte später als Lager für historisches Baumaterial zur Verfügung gestellt werden.

• Kontakt zu Dieter Kunze: Tel. 04141 - 2637. Beim Benefiz-Konzert am Sonntag, 30. April, 17 Uhr, im Königsmarcksaal des historischen Stader Rathauses spielt der in Moskau geborene Pianist Vladimir Mogilevsky Werke des berühmten Komponisten Frédéric Chopin. Tickets für 25 Euro gibt es im Stadeum, Tel. 04141 - 403140. Werke von Frédéric Chopin