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Für Leseratten mit Geschichts-Faible

Dr. Arend Mindermann vom Geschichts- und Heimatverein Stade stellte ein Kapitel des Jubiläumsbandes vor

150. Jubiläumsband "Stader Jahrbuch" / Von Auswanderern, "Backfischliteratur" und Lateinschülern


tp. Stade. Packenden Lesestoff für Fans der jüngeren Regionalgeschichte des Elbe-Weser-Raums bietet der Stader Geschichts- und Heimatverein mit dem neuen Stader Jahrbuch 2012. Die Autoren stellten das druckfrische, rund 300 Seiten starke Werk am vergangenen Mittwoch im "Insel-Restaurant" in Stade vor.
Das Stader Jahrbuch erscheint bereits zum 150. Mal. Der Jubiläumsband ist dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Klaus Piller (†) gewidmet, der im vergangenen Jahr verstarb.
Hier spannende Details aus dem Buch:
• Die französische Schulinspektion stellte 1811 fest, dass das Stader Gymnasium Athenaeum nur 60 Schüler hatte, ihr Wissensstand jedoch auf gutem Niveau war.
• Der Stundenplan der Bremervörder Lateinschule wies um 1600 bei 37 Wochenstunden allein 17 Wochenstunden klassisches Latein auf.
• Das Schloss und Gut Agathenburg (Baujahr 1655) wurde nach Barbara Maria Agathe von Lehsten benannt wurde, der Ehefrau des Erbauers Hans-Christoph von Königsmarck. Das Schloss war ab 1743 Sitz eines Hannoverschen Amtes, das 1859 im Amt Himmelpforten aufging.
• Freiburg an der Elbe war Sitz einer jüdischen Gemeinde, die jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts aufhörte zu existieren, weil die meisten nach einer neuen Lebensgrundlage in den Städten suchten oder nach USA auswanderten.
• Der Hamburger Markt hatte im 19. Jahrhundert eine lebenswichtige Bedeutung für die Stader Region. Dort wurden Ziegelsteine aus Kehdingen und Obst aus dem Alten Land verkauft.
• Der alte Regierungsbezirk Stade wies um 1900 insgesamt 14 Landkreise auf. Heute gibt es im selben Gebiet sechs Kreise.
• Die Höhere-Töchter-Schule in Buxtehude war eine der beiden Vorläuferschulen der heutigen Halepaghen-Schule. Die letzte Leiterin der Schule, Franziska von Oldershausen, schrieb erfolgreiche Jugendbücher für Mädchen („Backfischliteratur“).
Das Stader Jahrbuch 2012 ist in den Stader Buchhandlungen erhältlich. Preis: 15 Euro.