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Hans Blank: Schluss nach 26 Jahren

Künftig hat Hans Blank noch mehr Zeit für die Ortspolitik. Zwei Themen liegen ihm am Herzen: Der nächtliche Lärm auf den Gleisen muss ein Ende haben und die Entwicklung auf der Wiebusch-Fläche muss vorangetrieben werden
bc. Stade-Hagen. Vielleicht liest Hans Blank die folgenden Zeilen in seiner Bescheidenheit nicht gern, aber der 67-Jährige ist so etwas wie eine Institution in dem beschaulichen Stader Ortsteil Hagen (1.700 Einwohner). Seit mehr als einem Vierteljahrhundert führt er als Präsident die Geschicke des Schützenvereins, seit 16 Jahren ist der frühere Bauleiter (Hochtief) Ortsbürgermeister. Nur wenige sind in Hagen bekannter als Hans Blank.

Das dürfte sich auch nicht ändern, nur weil er in ein paar Monaten seinen Vorsitz bei den Schützen nach 26 Jahren abgibt. Bei der Jahreshauptversammlung im Februar steht er nicht zur Wiederwahl bereit. „Ich möchte Platz für die jungen Leute machen“, sagt Blank dem WOCHENBLATT. Der Verein verfüge mit seinen 350 Mitgliedern über genügend Nachwuchs, der in den Startlöchern stehe.

Rentner Blank wird noch mehr Zeit für die Politik haben. Bei dem SPD-Mann stehen zwei Themen ganz oben auf der Agenda. Das eine: der Lärm in der Nacht. Bis zu vier Mal düst der Metronom-Zug laut Blank von Mitternacht bis frühmorgens durchs Dorf - immer als Geisterbahn unterwegs, ohne Passagiere auf dem Weg zur Reinigung und Wartung in Bremervörde.

Das Problem: Weil zwei Bahnübergänge am Lichtenberg und Braakweg unbeschrankt sind, muss der Lokführer auf die Hupe drücken, um Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger zu warnen. Wer nachts schon mal von der markerschütternden Sirene geweckt wurde, weiß, wie es ist, senkrecht im Bett zu stehen.

Besonders die Anwohner im Baugebiet an der Brandenburger Straße sind gekniffen. „Als die Leute gebaut haben, wurde ihnen gesagt, dass hier nachts keine Züge fahren“, sagt Blank. Seit der Wiederbelebung der Strecke Bremervörde/Stade vor einigen Jahren war damit Schluss.

Nach Blanks Informationen könnte der nächtliche Nerv frühestens Ende des Jahres ein Ende haben. Nach intensiven Verhandlungen hat sich die EVB - die Eisenbahn-Gesellschaft, die das Schienennetz betreibt - dazu entschlossen, den Übergang am Lichtenberg ganz zu schließen und den am Braakweg mit einer Ampel zu versehen. Dann würde das Hupen entfallen.

Hans Blank liegt noch ein anderes Thema am Herzen: die derzeit brachliegende Fläche an der Kornstraße in der Ortsmitte, auf der früher die Gaststätte Wiebusch stand. Sofern sich ein Investor findet, könnte auf dem Gelände neues Gewerbe entstehen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit Eigentümer Günter Wiebusch getroffen.

Im Dorf herrsche Bedarf für ein Lebensmittelgeschäft, eine Einrichtung für betreutes Wohnen, für einen Frisör, eine Apotheke, einen Imbiss oder ein Bistro sowie eine Physiotherapie-Praxis, findet Blank. Der Charakter der alten Bebauung solle jedoch erhalten bleiben. Nur der Geldgeber fehlt noch.

Klar scheint: Hans Blank wird auch ohne den Schützen-Vorsitz nicht langweilig werden.