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Herzballon wirkte Wunder

Mit Herzballon: Dieses einjährige Mädchen hat eine schwierige Herz-OP überstanden (Foto: Marina Brusberg)
 
Ärzte und Physiotherapeuten bei der Visite auf der Kinder-Intensivstation der Klinik in Kabul (Foto: Marina Brusberg)

Nach Hilfseinsatz in afghanischer Kinderklinik: Phyisotherapeutin Marina Brusberg aus Stade hält heißen Draht nach Kabul

tp. Stade. Verbrennungen, Brüche, Herzoperationen: Die Intensivstation der Kinderklinik in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist bis auf den letzten Platz belegt. Mittendrin eine Deutsche: Marina Brusberg (56), leitende Physiotherapeutin an den Elbe Kliniken in Stade. Brusberg engagiert sich in der Hilfsorganisation "Robin Aid" und war vor einiger Zeit auf einem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz in Kabul. Per Internet via Skype, Facebook und Co. hält sie den Kontakt zu ihren Kollegen in dem rund 6.000 Kilometer entfernten südasiatischen Staat und steht mit ihrem Know-how helfend zu Seite.

Ihre afghanischen Berufsgenossen hätten einen hohen Ausbildungsstand und seien fachlich versiert, so Brusberg, doch bei der Vielzahl verschiedener Verletzungen und Erkrankungen, die in dem in 2006 eröffneten French Medical Institute for Children (FMIC) behandelt werden, sei ihr Rat stets geschätzt.

Die afghanische Klinik, die über 85 Betten und eine kinderheilkundliche Intensivstation mit 15 Beatmungsplätzen verfügt, gilt als eine der besten im Land. Eltern legten mit ihren kranken Kindern oft lange beschwerliche Wege über schlecht ausgebaute Gebirgspässe zurück, um ihren Sprösslingen die bestmögliche Behandlung zuteil werden zu lassen. Nach den Kriegswirren sind die Lebensbedingungen schwierig und für Kinder häufig gefährlich: lebensbedrohliche Tuberkulose-Infektionen, Verbrennungen an den weit verbreiteten Gaskochern oder Stürze in unterirdische Brot-Backöfen aus Ton oder von Hausdächern, auf denen viele afghanische Familien der Hitze wegen übernachten.

Die FMIC-Klinik verfügt nur über wenige physiotherapeutische Hilfsmittel und orthopädische Geräte. "Wenn etwas fehlt, wird eben improvisiert", sagt Marina Brusberg. Dreiräder etwa ersetzen Gehhilfen.

Verständigungsprobleme habe es während ihres Einsatzes kaum gegeben, berichtet Brusberg. Von den in Afghanistan geläufigen Sprachen Paschtu und Dari beherrsche sie zwar nur ein paar Brocken. Dennoch habe sie nur in seltenen Einzelfällen einen Dolmetscher konsultiert. "Ich habe mich mit Händen und Füßen verständigt. Das klappte gut, denn Zeichensprache ist international verständlich." Auch mit einem aufmunternden Lächeln lasse sich überall auf der Welt viel bewegen, hat Brusberg erfahren. Und wenn ein freundliches Lächeln mal nicht wirkte, zog Brusberg ein echtes Ass aus dem Ärmel: einen roten Luftballon in Herzform.

Während ihres Einsatzes erlebte Marina Brusberg mit Stolz viele Behandlungserfolge. Am meisten freute sie das Lachen der kleinen Patienten, wenn sie nach langer Bettlägrigkeit wieder durch die Flure tobten - und die Dankbarkeit deren Eltern. Nicht zuletzt sei auch die Zusammenarbeit mit den afghanischen Ärzten und Physiotherapeuten eine Bereicherung gewesen. Brusberg: "Ich habe die Kollegen dort als aufgeschlossen, humorvoll und sehr teamorientiert erlebt."
www.robinaid.org.