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Hoffen auf treue Stammgäste

Gastwirt Ayhan Yildirim vor seinem Lokal "Merhaba" (re.), dass die Stadt nach einer Panne beim Abriss auf dem Nachbargrundstück (hinten li.) räumen ließ
 
Die Abrissarbeiten an der Hökerstraße laufen auf Hochtouren

Verdienstausfall nach Abriss-Panne: Wirt Ayhan Yildirim will "Merhaba"-Grill Mitte Februar wiedereröffnen

tp. Stade. Wand bröckelt! Einsturzgefahr! - Mitte November wurden die schlimmsten Befürchtungen des Imbiss-Betreibers Ayhan Yildirim (39) wahr, als bei Abbrucharbeiten an der Hökerstraße in Stade sein türkisches Schnellrestaurant "Merhaba" in Mitleidenschaft gezogen wurde. Beim Abriss zweier Nachbargebäude mit schwerem Gerät bog sich die dünne Außenwand des "Merhaba"-Gebäudes mit der Hausnummer 26 bedrohlich nach außen, sodass die Stadt die Immobile räumen ließ. Wochen nach der Baupanne schmiedet der beliebte Gastwirt Pläne für die Wiedereröffnung. Der genaue Termin ist noch offen.

Wie berichtet, traten die statischen Probleme beim Abriss der beiden Altstadthäuser an der Hökerstraße 38 und 40 auf, wo Bauherr Ergün Yildiz (Ex-Burger King) Platz für ein neues Geschäftsgebäude schafft. Im Obergeschoss des "Merhaba"-Grills klaffte plötzlich eine Lücke in der Mauer, Ziegelsteine polterten in das dahinter liegende Zimmer, in dem sich ein Mitarbeiter des Döner-Grills aufhielt. Nach bisherigen Erkenntnissen war bei dem Bau des "Merhaba"-Hauses eine tragende Wand auf der Seite des inzwischen abgerissenen Nachbargebäudes eingespart worden. Ein Fachmann hat das Gebäude inzwischen stabilisiert, eine neuen Wand eingebaut und auch die Brandschutztechnik erneuert.

Ayhan Yildirim hofft, dass er sein gemütliches Lokal Mitte Februar wieder eröffnen kann. Möglicherweise verzögert sich der Termin bis Ende Februar, denn in dem Imbiss, den Yildirim erst im Jahr 2013 gemeinsam mit seinem Bruder aufwändig modernisiert hatte, gibt es noch viel zu tun. Staub und Schutt müssen von Möbeln, Fußböden und Kochgeräten entfernt werden. Zudem muss Yildirim das Lager und die Wohnung in den oberen Etagen wieder herrichten.

Entgegen anders lautender Gerüchte war das kleine Apartement im "Merhaba"-Haus nicht dauerhaft bewohnt. Nur ab und zu übernachteten Mitarbeiter dort, wenn sie spät Feierabend hatten.

Ayhan Yildirim, der aus der türkischen Stadt Elâzığ stammt, lebt mit seiner Ehefrau (33) und den drei Kindern (3, 13, und 15) im Altländer Viertel. Vor sechs Jahren übernahm der ehemalige Obst- und Gemüseeinzelhändler den "Merhaba"-Grill, der bei Gästen von Außerhalb von nah und fern gleichermaßen beliebt ist. Schüler, Familien und Betreiber umliegender Geschäfte schätzen die lecken Speisen und das freundliche Wesen des Wirtes, der alle mit einem Lächeln begrüßt. "Viele fragen mich, wie es mir geht und wann ich endlich wieder aufmache", sagt Yildirim.

Seine positive Ausstrahlung hat er auch nach den unglücklichen Ereignissen nicht verloren: "Es ist schon geschehen, also kann ich nichts mehr daran ändern", sagt er gelassen. Yildirim, der die in Teilen schwache Bausubstanz kannte, hatte geahnt, dass das Haus beim Abriss Schaden nehmen würde. Wegen des Verdienstausfalls in noch unbekannter Höhe und der Sachschäden fordert er einen finanziellen Ausgleich. Doch die Haftungsfrage sei noch ungeklärt, so Yildirim. Zwischen dem Bauherren und der Eigentümerin des "Merhaba"-Hauses, Rebecca Da Dalto aus Cuxhaven, bahnt sich ein Rechtsstreit an. Auch Ayhan Yildirim hat sich einen Anwalt genommen.

Trotz der widrigen Umstände blickt der sympathische Gastwirt voller Zuversicht in die Zukunft. "Bald sind wir wieder da. "Wir freuen uns", sagt Ayhan Yildirim und hofft, dass ihm seine zahlreichen Stammkunden die Treue halten. Zur Wiedereröffnung will er seine Gäste mit besonderen Angeboten überraschen.