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Hunde-Elend oder Komplott?

Hunde in Transportboxen: Ist das bei Züchterin Susanne G. die Ausnahme oder Dauerzustand? (Foto: Severing)
 
Züchterin Susanne G. mit dem Deckrüden Falco und zwei Hündinnen. Die Tiere wirken vital

Dauerhaltung in Boxen? Hundezüchterin wehrt sich gegen Vorwürfe nach gefloppter Vermittlung

tp. Stade. Eine Frau und ein Dutzend Schäferhunde unter einem Dach: Züchterin Susanne G.* (52) aus Stade steht zu ihrem unkonventionellen Lebensstil. Als "Teil des Rudels" opfert sie sich nach eigenen Angaben rund um die Uhr für ihre Tiere auf. Doch jetzt hat sie eine Anzeige am Hals. Die Eheleute Monika (62) und Karl Ludwig Severing (65) aus Fredenbeck lasten ihr tierschutzwidrige Handlungen an. Ein Verdacht der Hundekenner und Tierschützer: Susanne G. soll ihre Hunde dauerhaft in engen Transportboxen einsperren.

"Ohne Tiere kein Leben", beschreibt Susanne G. ihr Lebensmotto. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank B. (53) betreibt sie seit einigen Jahren eine Hobbyzucht. Das Paar gewann mehr als 40 Pokale. Beide besitzen den "Hundeführerschein". Frank B. ist zertifizierter Hundeausbilder.

Das Stammrudel besteht aus drei Hündinnen und zwei Deckrüden. Als Welpen zur Welt kamen und die Tierfreundin einen Gasthund betreute, bevölkerten vorübergehend schon elf Hunde die beiden Etagen des geräumigen Einfamilienhauses. Beim WOCHENBLATT-Ortstermin liefen die vital wirkenden Tiere munter bellend in dem zwar streng riechenden, aber aufgeräumten Haus und in dem eingezäunten, rund 1.000 Quadratmeter großen Garten herum. Zu dem Anwesen am grünen Stadtrand gehören laut Susanne G. ein kleines Nebengebäude, eine 10.000 Quadratmeter große Weide und ein Zwinger. Sowohl den mit angeblichen acht Quadratmetern vorschriftsmäßigen Zwinger als auch ihre Flugboxen benutzt Susanne G. nach eigenen Angaben nur in Ausnahmefällen und für Zeiträume von maximal 30 Minuten, etwa, um läufige Hündinnen von den Rüden zu trennen oder wenn unangemeldet Besuch kommt.

In ihrer Anzeige an das Kreis-Veterinäramt Stade schildern die Tierschützer Monika und Karl Ludwig Severing das krasse Gegenteil: Darunter die Vermutung, dass Susanne G. besonders die Junghunde ausschließlich in Hundeboxen hält. Eine Tierärztin teile den Verdacht, so Karl Ludwig Severing. Aufgrund angeblicher "psychischer Defizite" sei G. nicht in der Lage, die Hunde artgerecht zu halten. Überdies könne sie die Hunde nicht sicher führen und aus wirtschaftlichen Gründen nicht richtig ernähren. Bei zwei Jungrüden seien eingewachsene Hoden noch nicht behandelt worden. "Es geht uns um das Wohl der Tiere", begründet Severing die Anzeige.

Die beschuldigte Züchterin wittert einen Komplott wegen einer geplatzten Tiervermittlung. Susanne G. haben die Severings im Sommer als Kaufinteressenten kennengelernt. Nachdem die Eheleute ihr mit einer größeren Futterspende ausgeholfen hatten, wollten diese angeblich einen Hund kostenlos. Als das nicht klappte, hätten sie in ihrer Abwesenheit heimlich Fotos von Hunden in den Transportboxen gemacht.

• Susanne G. hat Anzeige wegen Einbruchs erstattet und sich einen Anwalt genommen.

• Das Kreis-Veterinäramt ermittelt gegen Susanne G., will wegen des laufenden Verfahrens zu dem Fall aber keine Stellung beziehen.

*Name d. Red. bekannt