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Hunderte knipsten den Extrem-Traktoristen

Tauschten Geschenke aus: Stefan Lachmann (li.) und der Stellvertretende Bürgermeister von Goldap (Foto: Lachman privat)

Stefan Lachmann aus Stade fuhr durch die "Mücken-Hölle" Masuren / Hafensänger auf Fähre getroffen

tp. Stade. Wettergegerbt und voller neuer Eindrücke ist "Extrem-Traktorist" Stefan Lachmann (56) von seiner Marathon-Trecker-Tour von Stade über Polen nach Kleipeda in Litauen zurückgekehrt.

Die beschwerliche Reise auf dem offenen Fahrersitz des Oldtimer-Treckers mit Mini-Wohnwagenanhänger begann gleich mit einer organisatorischen Panne: "Bei Tostedt merke ich, das ich sämtliche Fahrzeugpapiere und den Führerschein vergessen hatte. Meine Frau 'freute' sich, mir die Unterlagen nach Dannenberg nachzubringen", sagt Lachmann mit einem Schmunzeln. Mehrfach hörte der Abenteurer auf dem Trip Kommentare wie: "Wieder so ein Aussteigertyp, der seinen Traum von Freiheit verwirklicht". "Wenn die wüssten, das ich wöchentlich Rasen mähe und jeden Tag artig zur Arbeit gehe", sagt der solide Familienvater, der von Beruf Sozialarbeiter ist.

Lachmanns Zeitplan war nach eigenen Angaben "ambitioniert, vielleicht naiv". Daher hieß es in der ersten Woche fahren, fahren, fahren - bis zu 190 Kilometer und bis zu 10 Stunden täglich. Insgesamt 1.700 Kilometer. "Immer wieder wurde ich in waghalsigen Manövern von großen Lastwagen überholt. Zwei Mal war ich mir sicher: Jetzt haben sie mir mit dem Lkw den Wohnwagen aufgeschlitzt."
Das Gespann erregte Aufsehen: "Ich wurde hunderte Male geknipst und gefilmt. Andauernd geriet ich in Trecker-Fachsimpeleien."

Auf der Reise wurde Lachmann die herzliche osteuropäische Gastfreundschaft zuteil: Fremde luden ihn mehrfach spontan zu Kaffee und Kuchen und zum Grillen ein.

Auch den "protokollarischen Teil" der Reise hat Lachmann erledigt: In Stades polnischer Partnerstadt Goldap gab er beim stellvertretenden Bürgermeister eine Grußkarte nebst einer Flasche Wein als Gastgeschenk der Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber ab. "Ich soll alle Menschen in Stade und Umgebung grüßen", richtet Lachmann aus.

Auf Rückreise mit der Fähre von Klaipeda nach Kiel begegnete Lachmann alten Bekannten. Die "Stader Hafensänger" waren auf dem Rückweg von den Hansetagen in Estland.

Was Lachmann als "Wunder" der Reise empfindet: Sein Oldtimer erlitt nicht die kleinste Panne, und die Fahrt durch die "Mücken-Hölle" Masuren schaffte er ohne einen einzigen Insektenstich.