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Internationaler Hebammentag am Montag, 5. Mai: Stader Hebammen machen auf ihre Arbeitssituation aufmerksam

Wann? 05.05.2014 15:00 Uhr

Wo? Rathaus , Hökerstraße 2, 21682 Stade DE
Stader Hebammen laden zum Aktionstag ein (Foto: oh)
Stade: Rathaus | Anlässlich des Internationalen Hebammentages laden die Hebammen aus dem Landkreis Stade am Montag, 5. Mai, von 15 bis 17 Uhr zu einem Aktionstag und das Foyer des Rathauses in Stade ein. „Wir wollen unsere Leistungen vorstellen und zugleich auf unsere Arbeitssituation aufmerksam machen“, sagt Hebamme Dörte Heyn, Mitinhaberin des Geburtshauses Stade.
Für Dörte Heyn ist der Beruf der Hebamme zwar einer der dankbarsten Berufe überhaupt. „Wir dürfen die größten Glücksmomente der Familien miterleben und Paare in einer besonders schönen Lebensphase unterstützen“, sagt sie. Aber bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten werden den Fachfrauen rund um die Geburt nahezu unüberwindbare Steine in den Weg gelegt. Das größte Problem für die freiberuflichen Hebammen stellt die erforderliche Haftpflichtversicherung dar, deren Prämien stetig steigen.
Aktuell liegen die Gebühren bei etwa 5.000 Euro, im kommenden Jahr soll sie laut Info des Deutschen Hebammenverbands um weitere 20 Prozent auf mehr als 6.000 Euro pro Jahr steigen. „Das können sich freie Hebammen gar nicht leisten“, kritisiert Dörte Heyn. Für die Summe von 5.000 Euro müsse eine Hebamme rund 20 Geburten betreuen. Das heißt, die Hebamme müsste mehr als einen Monat nur dafür arbeiten, um die Versicherung zahlen zu können.
Damit nicht genug: Europaweit gibt es kaum Gesellschaften, die die Arbeit der Hebammen überhaupt versichern. „Auch das neue Angebot gilt nur bis 2016“, erklärt Dörte Heyn. „Wir wissen nicht, wie es danach weiter geht.“ Die hohenGebühren und die berufliche Unsicherheit führen dazu, dass es im Landkreis Stade kaum noch freie Hebammen gibt, die Geburten betreuen. Hausgeburten sind nicht mehr möglich und selbst im Geburtshaus in Stade werden seit 2010 keine Entbindungen mehr angeboten. Schwangere Frauen müssen ihr Baby damit im Krankenhaus zur Welt bringen. Auch wird es für junge Mütter zunehmend schwieriger, für die Zeit im Wochenbett eine Hebamme zu finden. Daher sind auch ambulante Geburten, bei denen Mutter und Kind das Krankenhaus bereits einige Stunden nach der Entbindung verklassen, im Landkreis Stade kaum noch möglich.
Auch im Krankenhaus fordern die Hebammen verbesserte Arbeitsbedingungen für sich. „Wir wollen eine Eins-zu-eins-Betruung“, so Dörte Heyn. Das heißt, eine Hebamme betreut eine Frau während der Geburt. Zur Zeit muss sich eine Hebamme gleichzeitig um mehrere Frauen kümmern. „Andere Strukturen mit einer Eins-zu-Eins-Betreuung führen auch zu mehr Sicherheit für Mutter und Kind“, erklärt Dörte Heyn.