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Kampf gegen den Kastanien-Tod

Harken, was das Zeug hält: Sonntags rechten Karin Orwal (v.li.), Alexandra Feistkorn, Sven, Emma und Kalle Kohrs das Laub in Ottenbeck zusammen (Foto: Ottenbecker Forum)
bc. Stade. Wie wichtig ihnen ihre grünen Riesen sind, beweisen einige Stader Bürger Jahr für Jahr aufs Neue. Gerade in den vergangenen Tagen taten sich wieder etliche Menschen im Stadtteil Ottenbeck zusammen, um ihre ortsbildprägenden Kastanien zu retten. Alles, was sie dafür machen müssen: Laub harken!

Am Freitag rechte Claudia Kresken mit ihrem Sohn an der alten Turnhalle die Blättermassen zusammen, Alexandra Feistkorn traf sich sonntags mit ihren Nachbarn. Sie und viele weitere Anwohner haben sich dem Baumschutz verschrieben. Stichwort Miniermotte. Seit 2009 ruft der Stadtteilverein "Ottenbecker Forum" zu der Aktion auf.

Ziel ist es, den kleinen Baumschädling in Schach zu halten. Die Kastanienbäume in Ottenbeck bieten seit einigen Jahren einen traurigen Anblick. Die Blätter weisen braune Flecken auf, das Laub vertrocknet und fällt bereits im August ab. Die Kastanien sind von der Miniermotte befallen.

Mit der Laubharkaktion wollen die Ottenbecker die Vermehrungskette der Motte unterbrechen. So wie in Stade kämpfen derzeit Tausende in Deutschland gegen den Kastanien-Tod.

Zur Erklärung: Die Puppen des Schädlings überwintern in den Blättern. Das Kastanienlaub muss vollständig gesammelt und vernichtet werden.

Vereinsvorsitzende Beate Winkler-Pedernera: "Die Unterbrechung des Lebenszyklus der Miniermotte funktioniert nur, wenn man kontinuierlich alle herabgefallenen Blätter entfernt."

Seit Jahren unterstützt die Stadt Stade die Ottenbecker, indem sie das Kastanienlaub an festgelegten Sammelplätzen abholt. In diesem Herbst gab es kurzzeitig Irritationen. "Vor einigen Wochen erhielten wir von der Verwaltung eine kurzfristige Absage für die diesjährige Aktion, da keine Gelder zur Verfügung ständen. In einigen Gesprächen mit der Stadtverwaltung haben wir nach Möglichkeiten gesucht, die Aktion trotzdem durchzuführen", sagt Winkler-Pedernera. Ergebnis: Die Stadt lenkte ein, holte am vergangenen Montag das Laub ab.

Winkler-Pedernera: "Falls die Abholung in diesem Jahr ausgefallen wäre, hätten wir kommendes Jahr die doppelte Öffentlichkeitsarbeit betreiben müssen, um die Anwohner erneut zur Mithilfe zu bewegen."