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Kapitän wegen Streik im Stress

Das war knapp! Die Crew musste sämtliche Aufbauten abmontieren, um unter der geschlossenen Brücke durchfahren zu können (Foto: Drusell)
bc. Stade. Fast hätte ein Streik im öffentlichen Dienst dafür gesorgt, dass das 80 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff "Johannes Brahms" in der Schwinge auf Grund gelaufen wäre, einhergehend mit möglichen Folgeschäden für den Kahn. Während des Ausstands am Mittwoch war die Klappbrücke über die Schwinge nicht besetzt.

Die "Johannes Brahms" musste mit 70 Passagieren an Bord bei ablaufendem Wasser vor der Brücke stoppen, konnte zunächst nicht den Stader Stadthafen anlaufen. Erst als die Crew sämtliche Aufbauten abmontierte, steuerte der Kapitän das Schiff unter der geschlossenen Brücke hindurch. Eine knappe Nummer!

"Es ist ein Unding, dass keine Notdienst-Vereinbarung für so ein Objekt wie die Schwingebrücke ausgemacht wurde", sagt Detlef Wittmüß gegenüber dem WOCHENBLATT. Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg (WSA) betonte, dass seine Behörde zwar zuständig für den Schiffsverkehr auf der Schwinge sei, nicht aber für die Brücke.

Für die Überführung ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade zuständig. Leiter Hans-Jürgen Haase bestätigt, dass es zwar eine landesweite Notfallvereinbarung mit der Gewerkschaft "Verdi" gegeben habe, die aber nicht für die Brücke galt. Darüber sei das WSA auch am Dienstag informiert worden, das wiederum die Verkehrsleitzentrale informierte. "Wir werden das Gespräch mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt suchen, damit in der Informationskette künftig auch die Wasserschutzpolizei berücksichtigt ist", so Haase.

Die Schiffsbesatzung wurde zumindest von der geschlossenen Brücke überrascht, auch der Lotse wusste nicht Bescheid. Reiseleiter Wolfgang Drusell: "Es bestand aber zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Leib und Leben."

Die "Johannes Brahms" befand sich auf der Rückfahrt einer elftägigen Rundtour. Am Mittwochabend verließ das Schiff Stade wieder, dann durch die geöffnete Brücke.