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Kein Muff mehr in der "Wohnzimmer-Kirche" in Dollern

"Das ist meine Wohnzimmer-Kirche", sagt Pastorin Manuela Handelsmann
lt. Dollern. Für gewöhnlich ist die Kirche das imposanteste und auffälligste Gebäude im Dorf. Wer hingegen durch Dollern fährt, übersieht das dortige Gotteshaus leicht. Die sogenannte Kapelle, die gerade von Schimmel befreit und eine neue Lüftungsanlage bekommen hat, ist einzigartig in der Region und hat einen ganz besonderen Charme.
Auf den ersten Blick sieht die Kirche wie ein großes Bauernhaus aus. Erst auf den zweiten Blick springt der kleine Glockenturm ins Auge, der seit gut 55 Jahren auf dem hinteren Teil des Gebäudes thront. Der vordere Bereich wird als Wohnhaus genutzt.
Damit die Dollerner Kirchgänger nicht immer ganz bis nach Horneburg fahren mussten, setzte sich der damalige Pastor dafür ein, dass die alte Schule an der Dorfstraße in ein Gotteshaus umgewandelt wurde. 1961 fand der erste Gottesdienst im Erdgeschoss statt. Im ersten Stock gibt es noch einen Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile.
"Die Gottesdienste hier sind sehr familiär, man ist nah beisammen", sagt Pastorin Manuela Handelsmann. Sie predigt in der Regel alle zwei Wochen in dem ehemaligen Klassenzimmer, das für sie wie eine große Stube mit Kanzel und kleiner Orgel ist. Sitzplätze gibt es für rund 60 Gläubige. Teilweise finden auch Taufen und sogar Trauungen in Dollern statt. Für Konfirmationen sei die Kirche aber leider zu klein und man müsse auf Horneburg ausweichen.
Froh ist Manuela Handelsmann über die kürzlich durch Spenden finanzierte Sanierung des Erdgeschosses. "Der Kirchenmuff ist nun weg", sagt die Pastorin. Der unangenehme Geruch, der den Kirchenbesuchern in der Vergangenheit in die Nase stieg, stammte von für die Gesundheit ungefährlichen Schimmelsporen. Diese hatten sich unter dem Fußboden vermehrt und schließlich sämtliches Mobiliar sowie die Fenster befallen, so Handelsmann.
Ein Experte hat nun den Hohlraum unter der Kapelle ausgegast und sämtliche Stühle gewaschen. Der Gottesdienstraum bekam außerdem einen neuen Anstrich und eine Lüftungsanlage.
Auch Küsterin Heidi Dabek packte kräftig mit an und putzte und wusch nicht nur die Fenster gründlich ab, sondern auch das empfindliche Holzkreuz mit der Jesus-Figur.
"Wir haben hier eine tolle kleine Gemeinde und möchten uns bei allen Spendern herzlich bedanken", sagt Manuela Handelsmann.
Sie lädt am Heiligabend um 16 Uhr große und kleine Besucher in den Hof Stechmann an der Dorfstraße ein. Dort findet traditionell der Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel statt und lockt jedes Jahr rund 150 Gäste an. "Das Ambiente ist auch dort einmalig", sagt die Pastorin. Schließlich handele es sich um einen echten ehemaligen Stall - passend zur Geschichte von Jesu Geburt.