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Kein Zutritt mit 20 Euro

Wurde an der Bushaltestelle stehen gelassen, weil sie mit einem 20-Euro-Schein bezahlen wollte: Renate Bekmann
lt. Stade. Wie eine Verbrecherin fühlte sich Renate Bekmann (64) kürzlich, als sie wie immer nachmittags nach der Arbeit mit dem Bus von Stade nach Hause fahren wollte. Als die Verkäuferin mit einem 20-Euro-Schein ein Ticket für 2,50 Euro kaufen wollte, forderte der Busfahrer sie auf, sofort auszusteigen. Grund: Einen 20er könne er nicht wechseln.
"Er drohte, die Zentrale und die Polizei zu informieren, wenn ich nicht sofort den Bus verlasse", sagt Renate Bekmann, die sonst immer penibel darauf achtet, ausreichend Kleingeld im Portemonnaie zu haben.
Sie habe sich eingeschüchtert und zu Unrecht vorgeführt gefühlt. Auf den nächsten Bus musste die Frau aus Helmste eine Stunde bei Wind und Regen warten, verpasste ihren Anschlussbus in Richtung Zeven.
Von dem unfreundlichen Busfahrer hätte Renate Bekmann sich ein bisschen mehr Respekt und Entgegenkommen gewünscht. Ein paar Haltestellen später hätte er vielleicht genügend Wechselgeld gehabt, so die Verkäuferin. "In was für einer Welt leben wir eigentlich?"
Michael Fastert, Pressesprecher der KVG, schildert den Vorfall auf WOCHENBLATT-Nachfrage folgendermaßen: Der Fahrer, der gerade seine Spätschicht begonnen hatte, habe im Bus nachgefragt, ob jemand den Geldschein wechseln könne. Weil dies aber nicht der Fall gewesen sei, habe er der Frau eine Gutschrift angeboten. Sie hätte sich ihr Wechselgeld damit später in einem anderen Bus oder an einem Schalter wieder geben lassen können. Das habe die Frau aber abgelehnt.
"Ich entschuldige mich dafür, dass womöglich ein falscher Eindruck entstanden ist", sagt Fastert. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Busfahrer nicht verpflichtet sind, 20-Euro-Geldscheine oder noch größere Scheine anzunehmen.