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Kita scheint vorläufig gerettet

Melanie Jarck, Elternratsvorsitzende der Kita Schölisch, mit ihren Kindern Jana (li.), Timo und Lina

Nach Schließung der Kindertagesstätte Schölisch: Stadt rudert zurück / Plan: Instandsetzung für drei Jahre

tp. Stade. Das sieht nach einem Etappensieg für den Elternrat der städtischen Kindertagesstätte in Stade-Schölisch aus: Die wegen Baumängeln geschlossene Einrichtung könnte sich bald wieder mit Leben füllen. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist der von der Stadt für drei Jahre angepeilte Alternativ-Standort im Verwaltungsbau der Kommunalen Betriebe Stade (KBS) zu teuer.

Nach den Plänen der Stadt sollte der Kita-Betrieb in Schölisch in drei Jahren auslaufen. Doch schon nach den Sommerferien war Schluss. Wegen Nässe-Einbruchs entschied der Verwaltungsausschuss, keinen Euro mehr in das rund 120 Jahre alte Gebäude zu investieren. Grund: Die Renovierung würde nach Schätzung der Stadtverwaltung rund 45.000 Euro kosten.

Die Kinder sind nun vorübergehend im Kindergarten im Bildungshaus Hahle untergebracht, sollen nach bisherigen Plänen zum Jahreswechsel in die KBS umziehen. Doch nun rudert die Stadt Stade offenbar zurück. Um die Büros und sonstigen Räume unter anderem mit Sanitäranlagen und einer Feuertreppe vorschriftsmäßig für die Kinderbetreuung umzubauen, wären laut Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber (53, SPD) rund 125.000 Euro nötig. Der finanzielle Aufwand für einen dauerhaften Tagesstättenbetrieb dort wäre wegen hoher Brandschutzanforderungen demnach deutlich kostspieliger. Das hat eine aktuelle Überprüfung der Räume durch die zuständige Landesschulbehörde ergeben.

"Die Zahlen haben mich überrascht. Ich war bei der Drei-Jahres-Lösung in der KBS von wesentlich geringeren Kosten ausgegangen", sagte Bürgermeisterin Nieber gegenüber dem WOCHENBLATT. Daher mache die Stadtverwaltung nun den Vorschlag, das betagte Kindergartenhaus in Schölisch für drei Jahre zu renovieren. Die Politik muss entscheiden: Das Thema kommt bei der öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch, 20. November, 18 Uhr, im alten Rathaus auf den Tisch.

Erleichtert zeigt sich Melanie Jarck (37), Elternratsvorsitzende der Kita Schölisch und Mutter von drei Kindern (4, 5 und 8): "Das ist eine positive Entwicklung." Melanie Jarck und der Großteil der Eltern der von der Schließung betroffenen 37 Kindergarten-Kinder halten die einzige Kita in Schölisch unter anderem wegen des besonderen, auf viel Bewegung ausgerichteten pädagogischen Konzeptes für unersetzbar. Melanie Jarck lobt außerdem das familiäre Miteinander in der Einrichtung, die schönen Außenanlage mit vielen Spielgeräten und den Charme des Hauses: "Dort ist es wie in Bullerbü."

Sie fordert den dauerhaften Erhalt der Kita Schölisch: "Dafür werden wir weiter kämpfen. Wir sind kein Auslaufmodell." Außerdem will Jarck erreichen, dass die Stadt den Anmeldestopp aufhebt.