Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kleine Fenster zur großen Kunst in Stade

Vorher kunterbunt: die Wand des Tunnels war komplett bemalt Roth/tp

"Zu knallig": Waldorfschüler verändern Gemälde im Stader Bahnhofstunnel auf Wunsch von Passanten


tp. Stade. Mit viel individuellem künstlerischem Engagement verzierten Schüler der Waldorfschule Stade kürzlich im sechsten Jahr in Folge die Wände der Fußgängerunterführung am Stader Bahnhof (das WOCHENBLATT berichtete).

Kunstlehrer Hans-Wolfgang Roth zieht eine positive Bilanz der Kunstaktion, die diesmal in enger Abstimmung mit den Bürgern stattfand. Auf mehrfachen Wunsch von Passanten hätten die großformatigen Bilder an den Tunnelwänden noch am letzten Tag "eine starke Verwandlung erfahren". Die Elftklässler übermalten große Teil des kunterbunten XXL-Kunstwerkes neutral mit weißer Farbe, sodass zahlreiche kleinere, eckige Bildausschnitte übrig blieben.

"Viele Nutzer des Tunnels waren zwar einerseits erfreut, dass die Waldorfschule wieder im Bahnhof tätig ist", so Roth, aber vielfach hätten sie kritisiert, dass ihnen die ursprüngliche Ausführung "zu knallig" sei. Um diese auf die Passanten belastend wirkende „Energie“ einzugrenzen, habe man sich für die dezentere Version mit den rechteckigen, verstreuten Bildausschnitten entschieden. "Es war ein schwerer Schritt vom Persönlichen loszulassen und sich einem übergeordneten Prinzip zu beugen", berichtet Roth.

Die ganze Freiheit des Künstlerlebens genossen die Teilnehmer bei einer besonderen Party spät in der Nacht. Bei moderner Techno-Musik im Goa-Stil und Barock-Klängen von Johann Sebastian Bach tanzte die Klasse ekstatisch und bemalte dabei die Seitenwand, die jedermann das ganze Jahr über nach Herzenslust verzieren darf.