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Königin der Nacht auf Heimattrip in Stade

Nora Friedrichs als als "Fiakermilli" in der Oper Arabella von Richard Strauss an der Oper Frankfurt (Foto: Barbara Aumüller)
 
Heimatverbunden: Nora Friedrichs (Foto: Thomas Leidig)

Sopranistin Nora Friedrichs beim Holk-Fest: Wiedersehen mit alten Freunden

tp. Stade.
Auf ein besonderes Heimspiel freut sich Opernsängerin Nora Friedrichs (31). Die aus dem Dörfchen Engelschoff bei Himmelpforten stammende Sopranistin, die inzwischen in der Mainmetropole Frankfurt lebt, gibt am Mittwoch, 30. August, ein Konzert im Rahmen des Holk-Kulturfestivals.

„Einige alte Freunde aus Schulzeiten haben sich angekündigt - schön, sie endlich mal wieder zu sehen“, sagt Nora Friedrichs. Nach dem Abitur am Stader Vincent-Lübeck-Gymnasium studierte sie Operngesang an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, wo auch ihr Vater, der Komponist Günter Friedrichs, Professor war. Im Alter von 14 Jahren stand sie mit dem Schulmusical „Zwischen den Welten“ erstmals im Stadeum auf der Bühne. In den Jahren 2011 und 2012 sang sie Konzerte beim Holk-Fest - damals noch als Studentin.

Inzwischen lebt Nora Friedrichs mit ihrem Ehemann, dem aus den USA stammenden Opernsänger Michael Porter (28), in Frankfurt. An der Oper stehen für sie zwei Mal in der Woche Konzerte auf dem Programm.

Und zwei Mal täglich wird geprobt. „Die Vormittagsprobe beginnt zum Glück erst um 10 Uhr - das passt perfekt zu meinem Bio-Rhythmus“, sagt Nora Friedrichs. Die bekennende „Nachteule und Langschläferin“ hält sich mit Yoga fit für den anspruchsvollen Job. Den Beruf der Sängerin will sie allerdings „nicht ein Leben lang ausüben. Vielleicht lande ich irgendwann im organisatorischen Theaterbetrieb oder bei einer Künstleragentur, ich finde diese Seite des Berufs nämlich auch interessant“, sagt Nora Friedrichs. Die vielseitige Kreative interessiert sich neben Klassik auch für Funk, Jazz und Soul und mag alten, deutschen Hip Hop.

Pop-Stücke zu singen, liegt ihr übrigens nicht. Nora wird von Kritikern vielmehr für ihre „blitzsaubere Koloratur“ gelobt, beherrscht meisterhaft längere, schnelle Passagen einer Arie mit Läufen, Trillern und Sprüngen. Die preisgekrönte Sopranistin feierte ihre Erfolge in klassischen Rollen wie der „Fiakermilli“ in Arabella an der Oper Frankfurt oder als „Königin der Nacht“ in der Zauberflöte an der Berliner Staatsoper.

Bei all dem Trubel in den Opernhäusern der Metropolen sehnt sich Nora Friedrichs manchmal nach ihrer Heimat Engelschoff zurück. Doch das Dorf besucht sie nur noch selten, weil auch ihre Eltern weggezogen sind. Sie kann sich „durchaus vorstellen, irgendwann wieder aufs Land zu ziehen. Vielleicht sogar zurück auf die Stader Geest.“ Nora und ihr Mann wollen bald eine Familie gründen. „Und unsere Kinder sollen auf keinen Fall in der Großstadt aufwachsen.“ Doch noch ist es nicht so weit: Ihre nächste Karrierestation ist die Komische Oper in Berlin.

Den Konzertabend am Mittwoch im Stadeum gestaltet Nora Friedrichs gemeinsam mit Judith Thielsen (Mezzosopran), Max Friedrich Schäfer (Tenor), Sebastian Naglatzki (Bassbariton) und Ana Miceva (Klavier). Die Veranstaltung mit Liedern zum Thema „Lieben und lieben lassen“ findet in gemütlicher Atmosphäre an Club-Tischen statt. Einlass ist ab 18.45 Uhr.

http://www.norafriedrichs.com.