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Kreative contra Vandalen - wer gewinnt?

Stolz auf die "Tunnel-Kunst" ihrer Schüler: Waldorf-Kunstlehrer Hans-Wolfgang Roth und Geschäftsführerin Kirstin Gaul-Scheurer

Kunst der Waldorfschüler im Bahnhofstunnel immer wieder überschmiert / "Wir machen's trotzdem"

tp. Stade. Erst kommen die Künstler, dann die Schmierfinken, dann wieder die Künstler: Der Wechsel zwischen ambitionierter Wandmalerei und Pfusch aus der Sprühdose hat im Bahnhofstunnel in Stade inzwischen den Charakter eines Rituals. In der vergangenen Woche rückten bereits zum dritten Mal Elftklässler der Stader Waldorfschule an, um die Seitenwände der Unterführung zu verschönern - wohl wissend, dass schon bald wilde Sprayer "einen draufsetzen".

Die Hartnäckigkeit der Waldorfschüler scheint sich auszuzahlen: Inzwischen spürt der Kunstlehrer Hans-Wolfgang Roth (59) einen Wandel um Umgang mit der ehrgeizigen Wandmalerei. Zunehmend würden Graffiti-Sprayer ihre Beiträge kreativ in die vorgegebenen Gemälde einfügen, statt sie rücksichtslos mit chaotischen Zeichen und Schriften überzulackieren.

Lehrer Roth betrachtet mit Stolz, dass seine Zöglinge ihre Werke mit steigendem Selbstbewusstsein und einer gewissen jugendlichen Frechheit präsentieren: Die neuen großformatigen Wandbilder, die unter dem Titel „Blicke nach draußen“ farbenfrohe Landschaften zeigen, wurden nach der Idee eines Schülers erstmals mit Blattgold umrahmt.

Nach Hans-Wolfgang Roths Erfahrung werden wohl auch diese Bilder in spätestens zwei Wochen wieder beschädigt werden: "Wir machen's trotzdem."

Die Stirnwände der Unterführung sind übrigens für die Öffentlichkeit zur Mitgestaltung freigegeben.