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Kreisstraßen: Nur 60 Kilometer in einem guten Zustand

So sieht es auf der K52 bei Apensen-Nindorf vielerorts aus. An dieser Stelle ist auf mehr als zwei Metern der Asphalt herausgebrochen (Foto: jd)
bc. Stade. Jetzt hat es der Landkreis Stade schwarz auf weiß: Von seinem 380 Kilometer langen Kreisstraßen-Netz befinden sich nur rund 60 Kilometer in einem guten bis sehr guten Zustand - zum ersten Mal objektiv ermittelt durch ein Hightech-Messfahrzeug. Bislang nahm der Kreis die monetäre Bewertung seines Straßenvermögens durch Inaugenscheinnahme vor. Problematisch dabei: die subjektive Sichtweise, was Spurrinnen, Schlaglöcher und Unebenheiten angeht.

„Das Ergebnis weicht nicht wesentlich von unseren bisherigen Erkenntnissen ab. Der einzige Unterschied besteht darin, dass jetzt auch mit messtechnischen Werten gearbeitet wird und nicht wie bisher nur die Erfahrung der Mitarbeiter in die Bewertung einfließt“, erklärt Heiko Köhnlein, Leiter des zuständigen Umweltamtes beim Landkreis Stade.

Dass sich lediglich 60 von 380 Kilometern Straße in einem guten Zustand befänden, lasse nicht automatisch den Schluss zu, dass die restlichen 320 marode seien, stellt Köhnlein klar. Benotet wurde wie in der Schule mit einer 1 für sehr gut und einer 5 für mangelhaft.

Mit vier hochauflösenden Kameras sowie Laserbalken ausgerüstet, beleuchtete der Messwagen jeden Quadratzentimeter Kreisstraße. Jeder Riss, jedes Loch, jede Rinne wurden erfasst.

Demnächst geht es dann an die Reparaturen: Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen laut Köhnlein die K39 zwischen Buxtehude-Neuland und Estebrügge, die K72 auf einem ca. 2,4 km langen Teilstück zwischen Heinbockel und Sunde, die K73 auf 1,4 km zwischen Goldbeck und der Grenze zum Landkreis Harburg sowie die K82 bei Kranenburg.

Auch an der K51 in Dammhausen und an der K12 auf dem Teilabschnitt zwischen Hamelwörden und Kajedeich bestehe ein erheblicher Sanierungsbedarf. Um alle Maßnahmen in diesem Jahr umsetzen zu können, fehle jedoch das Geld, so Köhnlein. „Für 2015 stehen für die Sanierung von Fahrbahnen 1,5 Millionen Euro und für Radwege 500.000 Euro zur Verfügung.“

2016 will der Kreis die Messung wiederholen.

• Das Straßenvermögen des Landkreises betrug 2013 nach der letzten visuellen Inaugenscheinnahme exakt 42.618.935,15 Euro. Die Ergebnisse der messtechnischen Zustandsbewertung sollen laut Köhnlein davon nicht gravierend abweichen.