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Kreiswehrersatzamt: Erste dauerhafte Massenunterkunft

Seit 2012 steht das Kreiswehrersatzamt an der Albert-Schweitzer-Straße leer
bc. Stade. Seit Jahren steht das Kreiswehrersatzamt in Stade leer. In Notzeiten wie diesen ein Segen für Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD). Rund 150 Flüchtlinge kann sie in dem früheren Bürokomplex an der Albert-Schweitzer-Straße unterbringen. Und zwar mietfrei und unbefristet. Der Bund stellt das Gebäude kostenlos zur Verfügung. Es ist das erste Mal, dass die Hansestadt von ihrem Vorhaben abrücken muss, Flüchtlinge dezentral zu verteilen.

Derzeit lässt die Stadt das Haus sanieren. Voraussichtlich Ende November oder Anfang Dezember sollen die ersten Asylbewerber hier einziehen. Nieber geht von ca. 50.000 Euro aus, um in erster Linie die Sanitäranlagen auf Vordermann zu bringen, die bislang nur auf Büronutzung ausgelegt waren. Die Kosten werden vom Landkreis erstattet.

Bis einschließlich Januar 2016 soll Stade planmäßig insgesamt 700 Flüchtlinge aufgenommen haben. „Bis Ende des Jahres müssen wir noch 163 unterbringen“, sagt Nieber. Nach den aktuellen Hochrechnungen erwartet sie, dass im kommenden Jahr noch einmal 600 hinzukommen werden.

Trotz der ersten dauerhaften Massenunterkunft im Landkreis sucht die Stadt weiter nach Mietwohnungen. Auch die Unterbringung in sogenannten „Einfachhäusern“ aus Holz an der B73 ist in Vorbereitung. Darüber hinaus weiß noch niemand mit Sicherheit, wie die Situation beim Landkreis mit den Notunterkünften weitergeht (wie berichtet).

Am Montag sind erneut drei Busse mit 142 Flüchtlingen angekommen. Donnerstag kommen die nächsten 150, die dann in der notdürftig hergerichteten Turnhalle der Friedrich-Fröbel-Schule in Stade unterkommen sollen. „Wir brauchen verlässliche Termine vom Innenminister, wie lange die Menschen bei uns in den Notunterkünften bleiben sollen. Eine unbefriedigende Situation für uns, aber vor allem für die Flüchtlinge“, sagt Kreis-Sozialdezernentin Nicole Streitz.