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Langohr wird Europachampion

Der 36-Jährige wurde jüngst mit seinen Tieren rasseübergreifend bester Züchter Europas
bc. Stade. Er ist Europachampion, weil seine Ohren perfekt nach unten hängen und die roten Augen leuchtend aus seinem schneeweißen Fell strahlen. "4262": Das ist der Name des international erfolgreichen Zwergwidder-Kaninchens, das aus der Zucht von Dennis Brandt stammt.

Der 36-Jährige vom Stader Kaninchenzuchtverein "F123" wurde jüngst mit seinen Tieren rasseübergreifend bester Züchter Europas. Die Jury in Leipzig hatte die Qual der Wahl unter 26.000 Kaninchen. Ein toller Erfolg für den tierlieben Augenoptikermeister aus Neugraben, der mit fünf Jahren sein erstes Kaninchen bekam.

"Ich durfte ein Kaninchen aus dem Kindergarten mit nach Hause nehmen", erinnert sich Dennis Brandt. Mit 15 Jahren tummelten sich schon zehn Langohren im Garten seiner Eltern in Hechthausen. Er trat in den Stader Zuchtverein ein und konzentrierte sich auf die Zucht von Zwergwidder-Kaninchen mit weißem Fell und roten Augen.

"Gewicht, Körperform, Fellhaar und Pflegezustand. Das sind Kriterien, die bei den Tieren stimmen müssen", erzählt Dennis Brandt. 35 Zwergwidder in 30 Käfigen hält er in Neugraben. Alle weiß, alle mit roten Augen. Für den Laien sind die Tiere kaum zu unterscheiden. Für Dennis Brandt ist das kein Problem. Im Zweifelsfall haben die Tiere eine Nummer im Innenohr tätowiert. "Namen haben meine Tiere nicht", sagt er.

Dennis Brandt ist Zuchtwart im Stader Verein. Verkaufen und Tauschen der Tiere mit anderen Züchtern aus ganz Europa sei Tagesgeschäft. "Zucht bedeutet das planvolle Verpaaren zum Erhalt der Rasse", sagt Dennis Brandt. So paart er z.B. einen Zwergwidder mit zu langem Fell mit einem mit idealem Fell, um der Standardrasse möglichst nahe zu kommen.

Zwei Stunden am Tag kümmert sich Dennis Brandt um seine Kaninchen: füttern, ausmisten, pflegen, dressieren. "Der Aufwand macht mir Spaß und ist ein toller Ausgleich zum hektischen Alltag", sagt der Züchter.

Ob er denn Kaninchenbraten essen würde?, will der neugierige WOCHENBLATT-Reporter am Schluss des Gesprächs wissen. "Grundsätzlich ja. Aber nur, wenn es nicht mein eigenes ist."